Das ist passiert: Der amtierende Nationalratspräsident (SP) kritisiert in einem Beitrag auf X, der «Nebelspalter» mache sich mit der Rubrik «Löli des Tages» über politisch Andersdenkende lustig und stelle sie als «Einfaltspinsel» und «Dummköpfe» dar.
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Nussbaumers Tweet folgte auf die Veröffentlichung des «Löli des Tages» über den EU-Botschafter, in dem der «Nebelspalter» kritisierte, dass sich Petros Mavromichalis mit Fehlinformationen in die inländische Debatte über die EU-Rahmenverträge einmische.
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Ohne zu erwähnen, dass der EU-Gerichtshof, der EuGH (ohne Schweizer Beteiligung), für die verbindliche Rechtsauslegung zuständig sein werde, hat die EU-Botschaft in der Schweiz argumentiert, es werde «keine fremden Richter» geben.
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Auf diese inhaltliche Kritik ging Nussbaumer mit keinem Wort ein. Auf Nachfrage wich er erneut aus.
Der Löli-Faktor: Nussbaumer scheint die Kritik an Mavromichalis nicht gelesen zu haben. Das ist die grosszügige Lesart. Die andere ist, dass Nussbaumer sich sehr wohl bewusst ist, dass das Argument der «fremden Richter» eines der stärksten Argumente gegen die Rahmenverträge mit der EU ist, und deshalb versucht, mit einer Nebelpetarde – mit einem Aufschrei gegen die Bezeichnung «Löli» – davon abzulenken.
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Nussbaumer verkennt komplett, dass bei jedem «Löli des Tages» einzig die inhaltliche Kritik im Vordergrund steht, inklusive einem Rat, wie die Person es besser machen kann.
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Auf diese inhaltliche Kritik hat Nussbaumer jedoch keine Antwort. Nussbaumer entlarvt sich selbst als das, was er dem «Nebelspalter» vorwirft.
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Wer sich im Kontext dieser Fehlinformationen über die Bezeichnung «Löli» aufregt, ohne den Faden der inhaltlichen Kritik aufzunehmen, entpuppt sich nicht nur selbst als Löli, sondern ebenso als Schneeflocke.
Wie er es wieder gut machen kann: Der «Nebelspalter» verlangt wirklich nicht viel: Wir wollen, dass die Menschen nicht hinter den Nebel geführt werden. Die Kritik an der Bezeichnung «Löli» kann man durchaus vertreten, aber nicht ohne den Elefanten im Raum direkt anzusprechen. Man hört, dass Nussbaumer sich auf die Zeit nach dem Nationalratspräsidium freut, um wieder voll in die EU-Debatte einzusteigen. Das würde uns auch freuen. So könnte er in Zukunft den Bürgern direkt erklären, warum er die Zuständigkeit des EuGH in den Rahmenverträgen für eine gute Idee hält, anstatt die Realität zu vernebeln und sich wegzuducken.
Der ganze Austausch zwischen Eric Nussbaumer und dem «Nebelspalter»
Nussbaumer: «Der 'Nebelspalter' hat die Unsitte entwickelt, eine andere Politische Meinung als Löli-Meinung darzustellen. Markus Somm und Konsorten finden das lustig, andere Menschen und andere Meinungen als Einfaltspinsel und Dummkopf zu bezeichnen. Ist das Trend im Journalismus?» (Siehe hier)
Nebelspalter: «Zu sagen, dass in den Rahmenverträgen mit der EU keine 'fremden Richter' zum Zug kommen, ist eine Fehlinformation und keine andere politische Meinung. Das kritisieren wir auf inhaltlicher Ebene in unserer Rubrik 'Löli des Tages'. Aber wir loben auch (siehe 'Held des Tages').» (Siehe hier)
Nussbaumer: «Mit der Bezeichnung 'Löli' bewerten sie den Menschen und nicht die Meinung und auch nicht das Argument. Inhaltlich ist das gar nicht.» (Siehe hier)
Nebelspalter: «Sie lassen die berechtigte Kritik einfach ganz weg. Der EuGH wäre für die verbindliche Rechtsauslegung zuständig, was Herr Dieth und der Herr EU-Botschafter falsch darstellen – in fast schon manipulierender Manier. Wer da von 'Löli' beleidigt ist, hat keine anderen Probleme.» (Siehe hier)


