Ernährung

Die Konsumenten wollen den Gentech-Reis zurück

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02.11.2026
Der Golden Rice wäre bereit für die Massenproduktion: Reisanbau in Vietnam. Symbolbild: Keystone
Der Golden Rice wäre bereit für die Massenproduktion: Reisanbau in Vietnam. Symbolbild: Keystone

Die Fakten: Golden Rice lässt sich erfolgreich anbauen, ist bei den Konsumenten beliebt und könnte einen wichtigen Beitrag gegen lebensbedrohlichen Vitamin-A-Mangel leisten. Das sind die Ergebnisse einer philippinischen Studie zu dieser Gentech-Reissorte. Doch Umweltorganisationen wie Greenpeace bekämpfen den Anbau von Golden Rice seit mehr als einem Vierteljahrhundert mit Erfolg (siehe hier).

Warum das wichtig ist: Golden Rice könnte längst in vielen Ländern wachsen und  verhindern, dass jährlich Millionen Menschen wegen Vitamin-A-Mangels erblinden oder sogar sterben. Einigen Umweltschützern passt das aber nicht. Sie warnen vor angeblichen Risiken der Gentech-Sorte.

Das Problem Vitamin-A-Mangel:

  • Vitamin-A-Mangel ist vorwiegend in ärmeren Ländern Afrikas und Asiens ein gravierendes Gesundheitsproblem. Besonders betroffen sind Kleinkinder und schwangere Frauen.
  • Vitamin A ist wichtig für das Sehvermögen, das Immunsystem und das Wachstum. Ein schwerer Mangel kann unter anderem zur Erblindung führen.
  • Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit rund 190 Millionen Kinder unter fünf Jahren von Vitamin-A-Mangel betroffen. Gemäss Studien sterben jedes Jahr bis zu 100’000 Menschen daran.

Was ist Golden Rice? (siehe hier)

  • Der sogenannte Goldene Reis ist eine gentechnisch veränderte Reissorte, die im Gegensatz zu herkömmlichem Reis Betacarotin enthält, eine Vorstufe von Vitamin A. Betacarotin, das diese Reissorte rötlich erscheinen lässt, wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt.
  • Entwickelt wurde der Golden Rice Ende der 1990er-Jahre vom Schweizer Pflanzenbiologen Ingo Potrykus an der ETH Zürich und Peter Beyer von der Universität Freiburg im Breisgau.
  • Ziel war es, den weitverbreiteten Vitamin-A-Mangel in Entwicklungsländern zu bekämpfen, der insbesondere bei Kindern zu Erblindung und zum Tod führen kann. 
  • Vorgesehen ist, dass Landwirte mit einem Jahreseinkommen von höchstens 10'000 Dollar Golden Rice im Rahmen einer humanitären Lizenz kostenlos nutzen dürfen. Kein Konzern verdient sich daran also eine goldene Nase.

Der Kampf gegen Golden Rice:

  • Greenpeace und andere Umwelt- und Bauernorganisationen bekämpfen Golden Rice seit 25 Jahren. Sie warnen vor angeblichen Gesundheits- und Umweltrisiken wegen der gentechnischen Veränderungen, einer Gefährdung der traditionellen Reissorten und einer Abhängigkeit der Bauern von Agrarkonzernen.
  • Im Zuge dieses Widerstands zerstörten Aktivisten 2013 sogar ein Feld, auf dem Golden Rice angebaut wurde.
  • Trotz dieser Gegenwehr wurde Golden Rice 2021 auf den Philippinen für den kommerziellen Anbau zugelassen.
  • Im April 2024 erzielten die Gegner aber einen juristischen Erfolg: Auf Klage des Bauern- und Wissenschaftsnetzwerks Masipeg, von Greenpeace und weiteren Organisationen untersagte ein philippinisches Gericht den Anbau von Golden Rice (siehe hier). Das Gericht berief sich auf das Vorsorgeprinzip und unzureichende Sicherheitsnachweise.
  • Gegen das Urteil läuft zwar ein Berufungsverfahren. Aber der Anbau von Golden Rice auf den Philippinen bleibt vorläufig gestoppt.

Die Ergebnisse der neuen Studie (siehe hier):

  • Die Studie wurde von einem Team unter Führung von philippinischen Forschern verfasst und im Fachjournal «Scientific Reports» veröffentlicht. Es ging dabei um die Frage, wie sich Golden Rice in der Praxis bewährt.
  • Die Wissenschaftler werteten einen Pilotversuch aus, bei dem Golden Rice zwischen 2022 und 2023 in 24 philippinischen Provinzen auf insgesamt 202 Hektaren angebaut wurde – also noch vor dem Verbot durch das Gericht. Die Resultate fielen überaus positiv aus.
  • Mit einem durchschnittlichen Ertrag von 3,9 Tonnen pro Hektare und Spitzenerträgen von 8,3 Tonnen erwies sich Golden Rice als ähnlich leistungsfähig wie herkömmliche Reissorten.
  • Auch die Produktionskosten waren vergleichbar. Mehr als 77 Tonnen des Reises wurden an Haushalte verteilt, die von Vitamin-A-Mangel bedroht sind.
  • 97 Prozent von rund 700 befragten Haushalte erklärten, sie wollten Golden Rice künftig regelmässig konsumieren. 95 Prozent waren mit seinen Koch- und Geschmackseigenschaften zufrieden.
  • Auch erste Verkaufsversuche verliefen erfolgreich: Golden Rice liess sich zu ähnlichen Preisen wie gewöhnlicher Reis verkaufen.

Meine Einschätzung: Die Autoren der erwähnten Studie sehen in den Resultaten einen Beleg, dass sich Golden Rice für den breiten Anbau und die Versorgung der Bevölkerung eignet. Wir haben es daher mit einer absurden Situation zu tun: Der Golden Rice ist bereit für die Massenproduktion und die Konsumenten wünschen diese Reissorte. Dazwischen grätscht aber Greenpeace und verhindert alles. Unzählige Menschen leiden darum weiter an Vitamin-A-Mangel und erblinden oder sterben sogar daran – nur weil sogenannte Umweltschützer von Gefahren der Gentech-Reise fabulieren, deren Nichtexistenz längst bewiesen ist. Das Vorgehen von Greenpeace und ihren Mitstreitern ist menschenverachtend.

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