Klima und Energie #16 – der Nebelspalter-Newsletter von Alex Reichmuth

Die Meteo-Leute von SRF betreiben wieder Klima-Propaganda

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03.02.2026
«Es gibt bekanntlich einige Klimaskeptiker da draussen»: SRF-Meteorologe Luzian Schmassmann am 31. Januar 2026. Bild: Screenshot SRF
«Es gibt bekanntlich einige Klimaskeptiker da draussen»: SRF-Meteorologe Luzian Schmassmann am 31. Januar 2026. Bild: Screenshot SRF

Die Themen diese Woche:

  • Die Wetterfrösche des Schweizer Fernsehens wollen «Klimaskeptiker» widerlegen
  • Netto-Null kostet jeden britischen Haushalt bis zu 250’000 Pfund
  • Befürworter des Klimafonds gehen wegen kritischer «Nebelspalter»-Fragen auf Tauchstation
  • Immer neue Probleme mit elektrischen Stadtbussen

Die Wetterfrösche des Schweizer Fernsehens wollen «Klimaskeptiker» widerlegen

Worum geht es?

  • Am letzten Samstag ging es in der Sendung «Meteo» von SRF im Anschluss an die «Tagesschau»-Hauptausgabe nicht nur um das Wetter, sondern auch um die Erderwärmung (siehe hier).
  • Moderator Luzian Schmassmann sagte dem Publikum, im Rahmen der SRF-Themenwoche «Fakt oder Fake» müsse man über den Klimawandel reden. «Es gibt bekanntlich einige Klimaskeptiker da draussen», leitete er den Block ein, der mehr als ein Drittel der Wettersendung ausmachte.
  • Der Meteorologe machte sich daran, angeblich falsche Aussagen dieser «Klimaskeptiker» zu widerlegen. Die erste lautete: «Die gemessene Erwärmung ist falsch» – obwohl kaum jemand ernsthaft an der Existenz des Klimawandels zweifelt. Die zweite Aussage war: «Der Klimawandel hat positive Auswirkungen» – was allerdings zweifellos richtig ist, sofern man darunter nicht versteht, die Erderwärmung habe ausschliesslich positive Auswirkungen. 
  • Schmassmann verwies zuletzt auf einen Online-Beitrag von SRF, wo weitere angebliche «Fake News» von «Klimaskeptikern» widerlegt würden (siehe hier).
  • Es ist nicht das erste Mal, dass SRF-Meteo Klima-Propaganda betreibt: Im Sommer 2023 wies «Weltwoche»-Autor Kurt Zimmermann nach, dass die Wetterfrösche des staatlichen Fernsehens die Temperaturen im Mittelmeerraum systematisch zu hoch prognostiziert hatten. Er vermutete, dass es politische Gründe für die überhöhten Prognosen gab, um den Klimawandel möglichst drastisch darzustellen (siehe hier und hier).
  • SRF-Meteo-Chef Thomas Bucheli wies diese Deutung empört zurück. Die entsprechenden Prognosen seien «vollautomatisiert» erstellt worden.
  • Die Redaktion des SRF-«Clubs» brachte es in der Folge das Kunststück fertig, in eine Sendung zu diesem Thema zwar Thomas Bucheli, nicht aber Kurt Zimmermann einzuladen. Das brachte dem Schweizer Fernsehen prompt eine Rüge der Ombudsstelle ein (siehe hier).

Kommentar: In einem guten Monat entscheidet das Schweizer Stimmvolk über eine Initiative, die der SRG als Mutterhaus von SRF drastisch die Mittel kürzen will. Gemäss Umfragen wird es knapp. Viele Befürworter stört, dass die SRG immer wieder linke Schlagseite hat.

Doch die Verantwortlichen von «SRF Meteo» wissen in dieser brenzligen Situation nichts Besseres zu tun, als die hochpolitische Klimawandel-Diskussion aufzunehmen. Dabei sollte es in ihrer Sendung eigentlich nur um das Wetter der nächsten Tage gehen. Indem die Meteo-Leute behaupten, die Argumente der Kritiker der Klimapolitik seien allesamt «Fake News», zementieren sie den Eindruck des linkslastigen Staatsfernsehens. Sie sägen also munter am Gebühren-Ast, auf dem sie alle sitzen. Man kann nur den Kopf schütteln. 

Netto-Null kostet jeden britischen Haushalt bis zu 250’000 Pfund

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Fast unvorstellbar hohe Kosten der Klimapolitik für die britischen Haushalte. Bild: Keystone

Worum geht es?

  • Eine Schätzung des Institute of Economic Affairs (IEA) in London beziffert die Kosten Grossbritanniens, bis 2050 im Klimaschutz das Netto-Null-Ziel zu erreichen, auf bis zu neun Billionen Pfund (siehe hier).
  • Pro Haushalt würde das Ausgaben von bis zu 250’000 Pfund bedeuten, umgerechnet rund 267’500 Franken – ein fast unvorstellbar hoher Betrag.
  • Neun Billionen Pfund liegen weit über den bisher vorliegenden Schätzungen. Diese kamen auf Kosten von maximal drei Billionen Pfund für die angestrebte Klimaneutralität.
  • Das Climate Change Committee, ein Gremium, das die britische Regierung berät, hat seine entsprechende Kostenschätzung sogar immer weiter gesenkt – zuletzt auf 108 Milliarden Pfund. 
  • Als besonders kostentreibend bezeichnet der neue Bericht des IEA aber die Unzuverlässigkeit von grüner Energie, was teure Backup-Lösungen nötig macht.
  • Zahlreiche führende Zeitungen wie «Times», «Daily Mail» und «Daily Express» haben den Bericht zum Thema gemacht (siehe hier). Das Onlinemagazin «Spiked» schrieb zur britischen Klimapolitik: «Der eigentliche Skandal sind nicht die Kosten – sondern ist der Mangel an Ehrlichkeit.» (siehe hier).

Kommentar: 250’000 Pfund pro britischem Haushalt ist eine furchterregende Zahl. In anderen Ländern dürften die Kosten der Klimapolitik ähnlich hoch liegen. Auch in der Schweiz braucht es darum endlich eine ehrliche Rechnung. Denn das Volk muss wissen, auf was es sich einlässt, wenn es das nächste Mal Ja sagt zum Netto-Null-Ziel. 

Befürworter des Klimafonds gehen wegen kritischer «Nebelspalter»-Fragen auf Tauchstation

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Standen für kritische Fragen nicht selbst zur Verfügung: V.l.n.r.: Lisa Mazzone (Grüne), Marc Jost, (EVP) Loa Wild (Junge Grünliberale): Bilder: Keystone

Worum geht es?

  • Die Befürworter der Klimafonds-Initiative, die jedes Jahr bis zu acht Milliarden Franken zusätzlich für den Klimaschutz aufwenden wollen, behaupten, auf die Schweiz würden jährliche Schäden von bis zu 34 Milliarden Franken zukommen, wenn die Erderwärmung nicht gestoppt werde.
  • So argumentierten an der Medienkonferenz zum Kampagnenstart Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen, Marc Jost, Nationalrat EVP und Loa Wild, Vizepräsidentin der Jungen Grünliberalen (siehe hier). Sie stützten sich dabei auf eine entsprechende Aussage des Bundesrats.
  • Ich bin der Horrorzahl von 34 Milliarden Franken Schäden pro Jahr kürzlich in einem Beitrag nachgegangen (siehe hier). Das Resultat war, dass sie auf einer einzigen Studie des Internationalen Währungsfonds von 2019 beruht, der dazu das Klimaszenario RCP 8.5 zugrunde gelegt hatte. Dieses Szenario gilt aber in der Forschergemeinde längst als überholt, weil es davon ausgeht, dass der Weltenergiekonsum bis 2100 um das Dreifache und der Kohleverbrauch sogar um das Sechsfache steigt. Ein solches Szenario wird auch bei fehlendem Klimaschutz mit hoher Sicherheit nicht eintreffen.
  • Ich wollte nun von Mazzone, Jost und Wild wissen, wie Sie auf meinen Befund reagieren, wonach die Schreckenszahl, die sie verbreiten, keine verlässliche Basis hat.
  • Ich habe während einer Woche unzählige Mails geschrieben und Combox-Nachrichten hinterlassen. Das Resultat: Weder Lisa Mazzone, Marc Jost noch Loa Wild waren erreichbar.
  • Schliesslich erzielte ich doch noch einen kleinen Erfolg: Michael Mutzner, der persönliche Assistent von Marc Jost, meldete sich per E-Mail. Der EVP-Nationalrat habe in der laufenden Woche leider keine Zeit und habe ihn beauftragt, mir Auskunft zu geben, schrieb Mutzner. Die Meldung traf geschlagene acht Tage nach dem ersten Kontaktversuch mit Marc Jost ein. Mutzner übermittelte mir einige Auskünfte, die mir aber nicht wirklich weiterhalfen. Ich hätte direkt mit Jost sprechen wollen.  

Kommentar: Die Befürworter des Klimafonds-Initiative haben den Mund ziemlich voll genommen: Ihre Behauptung, auf die Schweiz kämen jährliche Klimaschäden von 34 Milliarden Franken zu, ist eine wahnwitzige Aussage. Doch jetzt, wo der «Nebelspalter» kritische Nachfragen dazu stellt, gehen die ach so mutigen Politiker auf Tauchstation. Oder lassen sich entschuldigen. Schwach! 

Um zum Schluss noch dies:

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Der Strom reicht nicht num Heizen: Elektro-Bus der Stadt Schaffhausen. Bild: Keystone

Die Städte Bern und Schaffhausen haben Probleme mit ihren Elektrobussen. In der kalten Jahreszeit reicht bei diesen der Batteriestrom nicht, um in der Fahrgastkabine ausreichend zu heizen (siehe hier). Darum müssen die Passagiere das Ende ihrer Fahrt nun bei kalten Temperaturen abwarten. Denn, wenn genug geheizt würde – also wie vorgesehen auf mindestens 15 Grad – würde die Reichweite der Busse sinken. Im dümmsten Fall könnten diese auf offener Strecke stehen bleiben.

Tja, dumm gelaufen, denn die beiden Städte haben solche E-Busse ja gerade wegen eines guten Klimas angeschafft. Dennoch sei es nun der «falsche Ansatz», die ganze Elektromobilität zu hinterfragen, heisst es bei den Schaffhauser Verkehrsbetrieben. Die Fahrgäste müssen sich also warm anziehen: Frieren für die Zukunft ist angesagt!

Nicht viel besser geht es den Bus-Passagieren in Innsbruck. Dort schaffen es die E-Fahrzeuge nicht, eine steile Passage hochzukommen (siehe hier). Darum mussten Passagiere aussteigen und zu Fuss den Anstieg hochgehen. Gehbehinderte Personen und alte Leute dürften sich gefreut haben. Zur Absicherung setzen die Innsbrucker Verkehrsbetriebe jetzt wieder Dieselbusse ein. Wie war das nochmals mit dem Klima?

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Alex Reichmuth
alex.reichmuth@nebelspalter.ch

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