Meine Einschätzung: Die Forderung Nemos, Israel vom ESC auszuschliessen, ist eine Ungeheuerlichkeit – besonders vor dem Hintergrund, dass der Wettbewerb dieses Jahr in Basel stattfindet, einer Stadt mit grosser historischer Bedeutung für das jüdische Volk. Es ist irritierend, dass ausgerechnet Nemo, der sich selbst darüber beklagt hat, dass der ESC politisiert wird und dass er als Künstler nicht auf seine Musik reduziert werde, nun selbst mit einer klar politischen Forderung vorprescht. Dass er sogar Interviews abgebrochen hat, um kritischen Fragen aus dem Weg zu gehen, zeigt, dass er nicht bereit ist, sich einer offenen Debatte zu stellen. Nun aber verlangt er, ein Land vom Wettbewerb auszuschliessen – das ist nicht nur inkonsequent, sondern auch heuchlerisch. Als Schweizer muss man sich für ein solches Verhalten schämen. Hoffentlich findet seine Forderung kein Gehör. Der ESC in der Schweiz sollte ein Fest der Musik, der Vielfalt und der Verständigung bleiben – keine Bühne für spaltende politische Statements und schlechte Schlagzeilen.