Ranking der Woche

Filme und Serien: Die absurdesten Auflagen für SRF-Produktionen

Die Netflix-Alternative der SRG: PlaySuisse. Bild: Screenshot SRG
Die Netflix-Alternative der SRG: PlaySuisse. Bild: Screenshot SRG

Die Fakten: Seit 2022 gibt es bei SRF eine sogenannte «Diversitäts-Checkliste». Wer Film- oder Serienprojekte realisieren will, muss Auskunft darüber geben,

  • ob in der geplanten Produktion Themen wie Migration oder «People of Color» behandelt werden,
  • ob «unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen» in den dargestellten Charakteren vorkommen und
  • ob nicht-heterosexuelle oder nicht-binäre Menschen im Team mitarbeiten.
     

Warum das wichtig ist: Der Bund subventioniert die Schweizer Filmwirtschaft mit 46 Millionen Franken pro Jahr. Diese Gelder sollen gerecht verteilt werden und nicht wegen zu weniger nicht-binärer Crewmitglieder zurückgehalten werden.

  • SRF begründet seine Diversitätsforderungen mit dem Vielfaltsgebot in den publizistischen Leitlinien. Laut Bundesgericht dient das Vielfaltsgebot jedoch der «Sicherung des Meinungspluralismus».

O-Ton SRF: «Es ist uns wichtig, dass in den von uns koproduzierten Filmen und Serien Vielfalt und Chancengleichheit vor und hinter der Kamera angestrebt werden, dass die Welt in ihrer ganzen Diversität authentisch reflektiert, und eine vielfältige Gesellschaft abgebildet wird ohne Diskriminierung auf Grund von Geschlecht, Alter, körperlicher Einschränkungen, Hautfarbe, Herkunft, Sprache und Nationalität, Religion und Kultur, sexueller Identität, sozioökonomischem Status oder anderen Gründen.»
 

In diesem Sinne soll die Checkliste laut SRF für das Thema Diversität sensibilisieren. Sie diene als Hilfsmittel für Produktion, Kommission und Redaktion, «um sich einen Überblick zu verschaffen».

 

Das ist unsere Top 3 der absurdesten Anforderungen:

  1. Angebote, um People of Color, Menschen mit anderer als heterosexueller Orientierung, mit gesundheitlicher oder körperlicher Beeinträchtigung, mit unterprivilegiertem ökonomischem Status oder mit Migrationserfahrung für das Team zu gewinnen
     
  2. «Besondere Bemühungen», um bei der Besetzung der Rollen stereotype Rollenbilder zu vermeiden
     
  3. Die genaue Geschlechterverteilung von «leitenden Mitgliedern» im Produktionsteam, aufgeschlüsselt nach Produktion, Regie, Drehbuch, Kamera, Ton, Musik, Schnitt, Licht, Szenenbild, Kostüm, Maske, Promotion und Vertrieb.
     

Weiter scrollen für alle Anforderungen ⬇️

Die Rubrik «ON SCREEN» ist in drei verschiedene Sektionen geteilt.

1. Unter «Thema» wird zunächst gefragt, ob die geplante Geschichte eines oder mehrere der nachfolgend genannten Themen aufgreife, was abschliessend mit Ja oder Nein beantwortet werden kann.

  • Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen
  • Hautfarbe bzw. People of Color
  • Leben mit gesundheitlicher oder körperlicher Beeinträchtigung
  • Sexuelle Orientierung und/oder Identitäten
  • Religiöse oder weltanschauliche Fragen
  • Migration
  • Vertreibung und Flucht
  • Alltag in der dritten Lebensphase
  • Mehrgeneratives Zusammenleben
  • Leben am Rande der Gesellschaft

 

2. Beim Abschnitt «Figuren» geht es um die Charakteristiken der dargestellten Charaktere. Dazu interessiert SRF folgende Fragen:

  • «Sind die Geschlechter vielfältig repräsentiert?»
  • «Kommen Figuren aus vielfältigen Lebenswelten (Milieus, Berufs- und Arbeitsfelder, Bildungshintergrund etc.) vor?»
  • «Werden klischeehafte Rollenbilder vermieden?»
  • «Kommen Figuren aus tendenziell im Film unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen* vor?»

 

* Damit sind «People of Color, Menschen mit anderer als heterosexueller Orientierung, mit gesundheitlicher oder körperlicher Beeinträchtigung, mit unterprivilegiertem ökonomischem Status, mit Migrationserfahrung oder andere» gemeint.

3. Bei «Cast» will SRF mehr über die Besetzung der Rollen erfahren:

  • «Werden bei der Besetzung Schauspieler:innen berücksichtigt, die die Erfahrungen von Menschen aus unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen* teilen?»
  • «Gibt es besondere Bemühungen mittels der Besetzung die Bedienung von klischeehaften Rollenbildern zu vermeiden?»


In der Rubrik «OFF SCREEN» interessiert sich SRF für verschiedene Informationen über das Produktionsteam:

  • «Sind die Geschlechter im gesamten Team vielfältig repräsentiert?»
  • «Gehören dem Team Menschen aus unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen* an?»
  • «Gibt es spezielle Angebote, um Mitarbeitende aus unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen* für das Team zu gewinnen?»
  • «Werden den Mitarbeitenden Möglichkeiten angeboten, um Beruf und familiäre Verpflichtungen während der Produktionszeit miteinander zu vereinbaren?»

 

Zu guter Letzt muss nur noch folgende Tabelle ausgefüllt werden:

Screenshot Diversitäts-Checkliste
Screenshot Diversitäts-Checkliste

Fehler gefunden? Jetzt melden.

Konversation wird geladen