Was Sie heute wissen müssen

Ernährungssicherheit mit veralteten Zahlen +++ Pro Natura: Einsprache gegen «Gondo Solar» +++ Gonzalo Lira +++ Rahmenverträge: «Politische Erzählung»

Ernährungssicherheit mit veralteten Zahlen

Die Fakten: Ein Bericht des Bundesamts für Raumentwicklung kam zum Schluss, dass die Schweiz über genügend gutes Kulturland verfügt, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

  • Der Bundesrat bestätigt nun, dass der Bericht auf dem Bevölkerungsstand von 2014 basiert.


Warum das wichtig ist: Die Versorgungssicherheit in der Schweiz wird durch die Zuwanderung stark belastet. Je mehr Leute, desto weniger Ressourcen pro Kopf stehen zur Verfügung.

  • Für eine Berechnung der Ernährungssicherheit in einem Land mit einer so hohen Zuwanderung wie der Schweiz sollte die Bevölkerungszahl von zehn Jahren in der Zukunft berücksichtigt werden und nicht diejenige von vor zehn Jahren.


Darum geht es: Ende November hat das Bundesamt für Raumentwicklung in einer Medienmitteilung (siehe hier) bekannt gegeben, dass in der Schweiz 445’680 Hektaren Fruchtfolgeflächen (FFF) gesichert seien.

  • Dies entspreche einem Überschuss von 1,6 Prozent gegenüber dem Mindestumfang für die Versorgung der Bevölkerung in Notlagen.
  • Bei den Fruchtfolgeflächen (FFF) handelt es sich um Böden mit dem höchsten landwirtschaftlichen Ertragspotenzial. Sie sollen die Selbstversorgung bei gravierenden Mangellagen sicherstellen. 


Was verschwiegen wird: Der Bericht, der der Medienmitteilung zugrunde liegt, geht vom Bevölkerungsstand der Schweiz im Jahr 2014 aus.  
 

Nachgefragt: Diese Diskrepanz ist auch dem Zürcher SVP-Nationalrat Martin Hübscher aufgefallen. 

  • Er wies in der Fragestunde des Nationalrats letzte Woche darauf hin, dass die Wohnbevölkerung seit der Festlegung der Mindestgrösse der FFF weiter stark gewachsen sei und wollte wissen, wie gross dieser bei der heutigen Wohnbevölkerung der Schweiz sein müsste.
     
  • Umweltminister Albert Rösti nahm im Rat zu Hübschers Frage Stellung.


Wer es genauer wissen will: Lesen Sie den Beitrag von Yannick Güttinger im «Nebelspalter».

Das ist heute aktuell

Pro Natura macht Einsprache gegen «Gondo Solar»


Die Fakten: Der Umweltschutzverband Pro Natura Wallis hat gegen die alpine Freiflächenanlage «Gondo Solar» Einsprache erhoben. 


Warum das wichtig ist: «Gondo Solar» ist schweizweit diejenige alpine Solaranlage, deren Planung am weitesten fortgeschritten ist.

  • Die Trägerschaft des Projektes hoffte auf eine Baubewilligung bis Mitte 2024 – was durch die Einsprache jetzt in Frage gestellt ist. 


Wer es genauer wissen will: Lesen Sie den Beitrag von Alex Reichmuth im «Nebelspalter».

Gonzalo Lira: Tod eines ukrainischen Regimekritikers


Die Fakten: Der chilenisch-amerikanische Blogger war zuvor inhaftiert worden – offenbar, weil er den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gerechtfertigt hatte.


Warum das wichtig ist: Der Tod des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny im Februar hat international zurecht grosse Empörung ausgelöst.

  • Falls es so sein sollte, dass auch in der Ukraine Regimekritiker im Gefängnis sterben, lässt das aufhorchen.


Wer es genauer wissen will: Lesen Sie den Beitrag von Alex Reichmuth im «Nebelspalter».

Schneider-Schneiter will «politische Erzählung» für Rahmenverträge


Die Fakten: Die Baselbieter Mitte-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneider sagte auf X, es fehle «die politische Erzählung, warum die Schweiz diesen neuen Vertrag mit der EU überhaupt braucht».

  • Sonst würden «die Maillards» und «die Blochers» gewinnen. 


Warum das wichtig ist: Die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneider ist das Postergirl der EU-Turbos in der Mitte-Partei.

  • Obwohl der Bundesrat seit bald drei Jahren alles unternimmt, um doch noch Rahmenverträge für eine politisch-rechtliche Anbindung der Schweiz an die EU abzuschliessen, ist Schneider-Schneiter nicht zufrieden.


Wer es genauer wissen will: Lesen Sie den Beitrag von Dominik Feusi im «Nebelspalter».

Bildquellen

Landwirtschaft. Keystone
Ursula Schneider Schüttel. Keystone
Gonzalo Lira. CC
Elisabeth Schneider-Schneider. Keystone

Täglich in Ihrer Mailbox

«Nebelspalter Kompakt. Was Sie heute wissen müssen» gibt es auch als Newsletter. Täglich um 6 Uhr in Ihrer Mailbox.

Fehler gefunden? Jetzt melden.

Konversation wird geladen