Bern einfach Spezial zur Weltlage

Fritz Vahrenholt: «Die Zeiten des Klima-Alarms sind vorbei»

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31.12.2025

Bern einfach Spezial zur Weltlage: Die Redaktion des «Nebelspalters» spricht mit ausgewählten Gästen aus Politik, Journalismus und Wissenschaft über die entscheidenden Fragen des internationalen Geschehens.

In dieser Folge diskutiert Wissenschaftsredaktor Alex Reichmuth mit dem deutschen Chemiker und Energiemanager Fritz Vahrenholt über den Stand der Klimapolitik und die Aussichten bei der Energieversorgung.

Vahrenholt war einst der «Posterboy» der Energiewende, wie er selbst sagt. Als Wirtschaftsvertreter der erneuerbaren Energie und ehemaliger SPD-Umweltsenator in Hamburg war er ein gern gesehener Gast in den Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Später ging Vahrenholt auf Distanz zum «Klimaalarm» und begann, Fehlentwicklungen in den Energiepolitik zu kritisieren. Seither wird er von den Mainstream-Medien verschmäht.

2025 habe aber gezeigt, dass inzwischen die ganze Welt genug von der Klimapolitik habe, sagt Fritz Vahrenholt. Die Menschen hätten erkannt, dass die bisherige Erderwärmung kaum negative Konsequenzen habe. Sie würden aber immer deutlicher realisieren, dass die gängige Klima- und Energiepolitik mit empfindlichen Wohlstandsverlusten einhergehe. Es werde klar, dass die politische Elite die «Angstmache» mit dem Klima nur verwendet habe, um politische Ziele zu erreichen.

Donald Trump habe mit seiner Rückkehr zu einer vernünftigen Energiepolitik «eine Tür aufgestossen», ist Fritz Vahrenholt überzeugt. Nun sei entscheidend, ob der amerikanische Präsident mit seinem Kurswechsel wirtschaftlichen Erfolg habe. 

Im Gegensatz zum Rest der Welt halte die politische Führungsschicht in Europa an ihrem Klimakurs fest. Die Politik auf unserem Kontinent richte sich noch immer an unrealistischen Schreckensszenarien aus, die aber von immer mehr Menschen durchschaut würden. 

In Deutschland habe der Regierungswechsel keine wesentliche Änderung in der Klima- und Energiepolitik gebracht, stellt Vahrenholt fest. Friedrich Merz führe mehr oder weniger den Kurs der rot-grün geprägten Ampel-Koalition weiter. Die Union habe im Wahlkampf zwar noch eine Reaktivierung stillgelegter Kernkraftwerke angekündigt. Davon sei nun aber nichts mehr zu hören. Berlin befindet sich laut Vahrenholt noch immer in einer ideologischen Blase, gestützt durch den Support der öffentlich-rechtlichen Medien.

Das habe negative Konsequenzen, befürchtet Fritz Vahrenholt. Die hohen Stromkosten würden Deutschland allmählich kaputt machen: «Es wird in wenigen Jahren ein böses Erwachen geben.» Denn irgendwann werde dem Staat das Geld ausgehen, um die Fehler der irregeleiteten Energiepolitik weg-subventionieren zu können. Vahrenholt geht davon aus, dass noch viel mehr Arbeitsplätze verschwinden werden und es auch wegen der fehlgeleiteten Energiewende zu einem «harten wirtschaftlichen Aufprall» komme.

Der Schweiz empfiehlt er, Deutschland nicht zum Vorbild zu nehmen. Vahrenholt ist aber zuversichtlich, dass unser Land den «grössten Unfug» in der Klima- und Energiepolitik vermeiden könne – dank der korrigierenden Wirkung von Volksabstimmungen . 

Shownotes

 

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