1. Stabilität der Einkommensverteilung
Seit über 100 Jahren ist die Einkommensungleichheit in der Schweiz bemerkenswert konstant.
- Die obersten 10 Prozent der Einkommensbezieher vereinen rund 30 Prozent des Gesamteinkommens auf sich, die obersten 1 Prozent rund 10 Prozent.
2. Wahrnehmung klafft mit Realität auseinander
Trotz stabiler Einkommensverteilung wächst die gefühlte Ungleichheit.
- Das Bild der Schweiz als Mittelstandsgesellschaft wird zunehmend hinterfragt.
- Die Folge: Steigende Präferenzen für Umverteilung, die in der direkten Demokratie Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen.
Bild: Haltung gegenüber der Aussage «Es liegt in der Verantwortung der Regierung, die Einkommensunterschiede zwischen Menschen mit hohem und niedrigem Einkommen zu verringern.»
3. Wenig Umverteilung im internationalen Vergleich
Vor staatlicher Umverteilung sind Markteinkommen in der Schweiz vergleichsweise gleich verteilt.
- Nach Steuern und Transfers liegt die Schweiz im OECD-Mittelfeld, was auf eine geringere Umverteilungsintensität hindeutet.
4. Klumpenrisiko bei Steuereinnahmen
Die obersten 10 Prozent der Einkommensbezüger tragen 54,5 Prozent der gesamten Steuerlast.
- Ein Viertel der Haushalte zahlt keine direkte Bundessteuer.
- Diese Abhängigkeit von wenigen Spitzenverdienern macht die Steuereinnahmen anfällig für Schwankungen.
5. Vermögensungleichheit steigt
Im Gegensatz zur stabilen Einkommensverteilung nimmt die Konzentration von Vermögen seit den 2000er Jahren zu.
- 2020 besass das reichste eine Prozent der Haushalte rund 30 Prozent des Gesamtvermögens (inkl. Pensionskassen), gegenüber 23 Prozent im Jahr 2000.
- Treiber: Steigende Immobilien- und Wertpapierwerte sowie Zuflüsse aus dem Ausland.