Held des Tages (w/m/d)

Jürg Grossen, trotz allem Liberaler

Das ist passiert: Der Präsident der Grünliberalen Partei (GLP) aus Frutigen (BE) setzt sich in einer kürzlich eingereichten Motion für marktgerechte Löhne beim Bund ein. Mit dem Vorstoss soll der Bundesrat beauftragt werden, bei der Festlegung der Löhne vermehrt den Marktlohn zu berücksichtigen – also das, was eine Person bei einem anderen Arbeitgeber verdienen würde. Zudem sollen die Löhne in der Bundesverwaltung nicht stärker steigen als der Durchschnitt der Löhne in der Schweizer Privatwirtschaft.

Der Held-Faktor: Erst letzte Woche veröffentlichte das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) eine Auswertung, die belegte, dass Bundesbeamte mit gleichen Voraussetzungen im Schnitt zwölf Prozent mehr verdienen als in der Privatwirtschaft.

  • Mit seiner Motion spielt Grossen ausserdem auf den akuten Fachkräftemangel an:

O-Ton Grossen: «Es ist schon im Grundsatz nicht wünschenswert, dass die Bundesverwaltung die Privatwirtschaft mit höheren Löhnen konkurrenziert und ihr so kompetente Mitarbeitende entzieht. Angesichts des aktuellen Arbeits- und Fachkräftemangels ist das noch problematischer.»

  • Dem Berner Nationalrat liegt zudem die Fairness am Herzen:

O-Ton Grossen: «Da die Löhne der Staatsangestellten aus Steuermitteln finanziert werden, ist es aus Gründen der Fairness und Angemessenheit geboten, dass die Löhne der Bundesverwaltung nicht stärker steigen als jene in der Privatwirtschaft.»

  • Dies würde nicht nur die Akzeptanz der öffentlichen Verwaltung in der Bevölkerung stärken, sondern auch zu signifikanten Einsparungen im Bundeshaushalt führen, begründet Grossen seine Motion.

Die Bilanz: Grossen hat die Zeichen der Zeit erkannt und sofort mit einem parlamentarischen Vorstoss reagiert. So geht bürgernahe Politik. Der GLP-Präsident unterstreicht damit, dass das liberale Element (noch) nicht aus der Partei verschwunden ist. 

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