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Die Fakten: Die erste Debatte zwischen Joe Biden und Donald Trump fand ohne besondere Zwischenfälle statt.
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Biden hat verloren. Er ist am Ende. Eine vorläufige Bilanz einer schlimmen Debatte.

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Doch ganz gleich, wie sie moderierten: Diese Debatte war tot, bevor sie auch nur zwei, drei Sekunden gedauert hatte:
- Biden wirkte sehr alt, steif, wenn auch keineswegs senil. Zwar fand er selten die Worte nicht, in der Regel blieb er verständlich. Doch den Verdacht, zu alt zu sein für weitere vier Jahre, vermochte er nicht zu zerstreuen
- Trump sah wohl frischer aus, aber nicht so viel ausgeprägter, dass man ein gutes Gefühl hätte erhalten können. Auch Trump ist nicht jünger geworden. Zudem redete er oft fast genauso ungeordnet und planlos wie Biden
Kurz, wäre ich Amerikaner, ich hätte den Eindruck bekommen, hier stellten sich zwei Leute zur Verfügung, deren Zeit lange, lange vorüber ist. Das Altersheim wäre der beste Wohnort für sie – bestimmt nicht das Weisse Haus.
Wäre ich Amerikaner, mich ergriffe Panik.
Was aber diese «Debatte» unerträglich machte:
- Beide gingen kaum je auf die Fragen ein
- Noch sprachen sie je wirklich miteinander
- Stattdessen deckten sie sich gegenseitig mit Invektiven ein. Der eine (Trump) bezeichnete Biden als «Verbrecher», der andere (Biden) hielt Trump vor, ein Lügner und «Whiner»zu sein, ein Jammerlappen, eine Heulsuse

Wohl lag das auch an der hochregulierten Versuchsanordnung der «Debatte», entscheidend aber war:
- Hier trafen erstens zwei Menschen aufeinander, die sich nicht ausstehen können. Es hatte etwas zutiefst Abstossendes, wie sie miteinander umgingen. Nie ein Lächeln, nie ein versöhnliches Wort, nie gab es Entspannung. Dicke Luft
Wer sich das nicht ansehen musste, schaltete den Fernseher aus
- Zweitens: die beiden wirkten wie Angehörige eines Gruselkabinetts, zwei pensionierte Vampire, die so alt erschienen, dass sie kaum mehr Blut vertrügen, wenn sie denn je noch zum Beissen kämen
- Drittens: Beide hinterliessen einen miserablen Eindruck
Trump: eingebildet und narzisstisch, dabei kaum in der Lage, ein Argument kohärent zu Ende zu führen. Wer ihm zuhörte, wurde seekrank
Biden: Alt. Alt. Alt
Und gerade deshalb ist diese unerfreuliche Bilanz für Biden ein grösseres Problem als für Trump.
Wenn ich an Trump denke, habe ich ihn zwar noch nie so unsympathisch und chaotisch erlebt. Und doch hat sich das Publikum längst daran gewöhnt. So gesehen war sein Auftritt keine Überraschung.
Biden dagegen wirkte genauso steinalt, wie seine Gegner das immer behauptet hatten. Was dagegen neu war: Nun mussten das auch seine Anhänger zur Kenntnis nehmen.
Sein fortgeschrittener Verfall war schwer zu übersehen. Es stimmt eben nicht, was das Weisse Haus in den letzten Wochen dauernd angegeben hatte:
- Dieser Mann ist weder scharfsinnig noch wach
- Niemand kann sich vorstellen, dass dieser Präsident an einer Sitzung wirklich führt
- Stattdessen trat da eine Mumie auf, die sich unter die Lebendigen verirrt zu haben schien
Wenn man sich die ersten Reaktionen der Demokraten anhörte, dann bestätigt sich dieses Bild:
Biden hat verloren – obwohl Trump nicht gewonnen hat.
Biden hat Biden besiegt.
Selbst die Journalisten von CNN, die nach der Debatte ihre Analysen vortrugen, konnten kaum verbergen, wie erschüttert sie waren.
- Zum Teil fühlten sie sich vom Weissen Haus gar betrogen
- Und sie hielten den Demokraten vor, keinen anderen, jüngeren Kandidaten aufgebaut zu haben
«Wir haben ein Problem», soll laut CNN ein wichtiger Demokrat gesagt haben. In der Tat.
Meine Prognose lautet:
Biden wird diese Debatte nicht überleben.
Er dürfte sich bald zurückziehen. Oder sich zurückziehen müssen, weil seine Partei ihn dazu zwingt.
Oder wie es Sokrates, der grosse Grieche gesagt hat:
«Jeder Mann, der alt wird, verwandelt sich wieder in ein Kind».
Ich wünsche Ihnen einen erfrischenden Tag
Markus Somm

