Die Fakten: Am 26. April, auf dem Siegerpodest der U23-Europameisterschaften im Fechten in Tallinn, Estland, standen die Israelis ganz oben. Die Schweiz auf dem Silberrang. Doch als die israelische Nationalhymne erklang, weigerten sich die vier Schweizer Fechter, die israelische Flagge anzusehen. Das löste landauf, landab einen Skandal aus.
Warum das wichtig ist: In ihren Köpfen wähnten sie sich wohl als leuchtende Vorbilder des Gewissens, als aufrechte Prinzipienreiter auf einem glänzenden Podium. In Wahrheit war ihre Verweigerung nur billige Pantomime. Sie kehrten nicht nur einer Fahne den Rücken, sondern auch dem Gedenken all der Ermordeten, Vergewaltigten und Verbrannten. Sie wandten sich ab von einem menschlichen Leid, so grenzenlos, dass keine Hymne dieser Erde fähig wäre, es zu fassen.
