Die Sonntagszeitung hat am 12. Januar 2025 ein bemerkenswertes Interview mit dem Historiker Oliver Zimmer veröffentlicht. Darin konstatiert er: Die Wähler wenden sich weltweit von den etablierten Parteien ab und rechtsnational-autoritären Parteien zu, weil sie erstens auf die zunehmende Aushöhlung der Demokratie reagieren. Die gewählten Politiker haben immer weniger Handlungsspielräume aufgrund internationaler Abkommen und der Verrechtlichung der Politik und die Parteien werden immer homogener. Das von Angela Merkel geprägte Stichwort heisst «Alternativlosigkeit». Zweitens reagieren viele Wähler darauf, dass die etablierte politische Klasse – die links-woke Elite – die Abgehängten als die «neuen Wilden» betrachten, die man belehren müsse. Dies, ohne sich für deren Interessen und Sorgen zu interessieren. Hier heisst das von Hillary Clinton geprägte Stichwort «die Erbärmlichen» (deplorables).

Wahlplakat für Alice Weidel, erste Kanzlerkandidatin der AfD. Bild: Keystone