Mut, Weitsicht und die Fähigkeit, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, prägten den Charakter von Emil Frey. Und machten aus einer kleinen Fahrrad- und Motorradwerkstatt den grössten Autohändler Europas.
«Mein Geschäftsgrundsatz besteht darin, meiner Kundschaft nur wirkliche Qualitätsware zu bescheidenen Preisen zu verkaufen». Mit diesen Worten beginnt der «Kundenbrief» von Autopionier Emil Frey aus dem Jahre 1935. Er hält damit die Unternehmensprinzipien fest, die auch heute noch als Firmencredo dient.
Elf Jahre zuvor, am 1. Oktober 1924 hatte der gelernte Mechaniker und Motorrad-Rennfahrer an der Schwingerstrasse in Zürich seine erste Fahrrad- und Motorradwerkstatt eröffnet. In den 1920er-Jahren in Zürich eine eigene Werkstatt zu eröffnen, war alles andere als ein Selbstläufer.
Die individuelle Mobilität steckte noch in den Kinderschuhen und es benötigte viel Pioniergeist, in diese Branche einzusteigen. Emil Frey aber soll ein herausragender Auto-Mechaniker gewesen sein, so dass sein Geschäft mit den Zweirädern rasch in die Gänge kam.

Der Glaube an die Individualmobilität
Emil Frey glaubte an den Erfolg der Individualmobilität. Bereits zwei Jahre später eröffnete er am Stampfenbachplatz seinen ersten Verkaufsladen für Motorräder der Marke Sunbeam. Er bewies damit eine Weitsicht, die sich auszahlen sollte und die bis heute für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich ist. Und um seine Glaubwürdigkeit zu untermauern, fuhr Emil Frey auch Rennen mit seinen Motorräder und das ganz erfolgreich – national wie international.
Dank seiner herausragenden Fähigkeiten als Mechaniker erwarb sich Emil Frey schnell auch den Ruf eines Fachmanns für Automobile. 1931 begann er mit dem Import und Verkauf der beiden Topmarken Wolseley und Swallow, heute Jaguar. Damit legte er den Grundstein für den Erfolg seines Unternehmens und machte seinen Ruf als Mobilitätsexperte zu seinem Markenzeichen.
In den folgenden Jahren nahm die Entwicklung in der Automobilindustrie ein rasantes Tempo auf. Das Auto hatte sich endgültig durchgesetzt, wurde zum Verkehrsmittel der Massen. Emil Frey erkannte dies und beschloss 1948, an der Badenerstrasse in Zürich sein erstes eigenes Autohaus zu bauen. Noch heute befindet sich dort in Altstetten die Zentralverwaltung von Emil Frey.

Ausbau mit Weitsicht
Mut zeigte Emil Frey als Rennfahrer, Weitsicht als Unternehmer. So gründete er 1949 den Standort Safenwil – und der war nicht zufällig gewählt: Emil Frey berechnete, dass genau dort später die Nationalstrasse zwischen Zürich und Bern vorbeiführen würde – fast zwei Jahrzehnte, bevor der entsprechende Abschnitt der Autobahn A1 für den Verkehr freigegeben wurde. Sein Geschäftssinn zahlte sich aus: Er baute den einstigen Garagenbetrieb zum nationalen Importzentrum aus, das seit 1950 in der ganzen Schweiz bekannt ist.
Das frühzeitige Erkennen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen war eine der bemerkenswertesten Fähigkeiten von Emil Frey. Es ist aber auch ein roter Faden, der sich durch die 100-jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens zieht, der die Emil Frey Gruppe heute zum grössten Autohändler Europas macht.
Bereits in den frühen 1960er-Jahren erkannte Emil Frey das Potenzial der aufstrebenden japanischen Automobilindustrie und nahm Kontakt auf zu Toyota. 1966 war es dann so weit: Nach erfolgreichen Verhandlungen in Tokio landete Toyota in der Schweiz. Erster Mitarbeiter und Verantwortlicher der neu gegründeten Toyota Schweiz AG war der damals 24-jährige Walter Frey.
Der Erfolg der seinerzeit noch unbekannten Marke lag an den qualitativ hochwertigen und gut ausgestatteten Autos. Heute ist Toyota der weltweit grösste Automobilhersteller und auch in der Schweiz äusserst erfolgreich, belegt in den Verkaufsstatistiken, als erste nicht-deutsche Marke, Platz 5.

Übergabe an Walter Frey
1969 erfolgte schliesslich die Wachablösung: Emil Frey übergab die Geschäfte offiziell an seinen Sohn Walter Frey, der schon seit einigen Jahren gemeinsam mit seinem Vater das Unternehmen leitete. Emil Frey blieb weiterhin Ansprechpartner und stellte zufrieden fest, dass auch Walter Mut bewies. Unter Walters Führung entwickelte sich das Unternehmen prächtig weiter.
Die 1970er-Jahre standen im Zeichen des Wachstums. Mit der Übernahme der Garagengruppe Perrot Duval expandierte Emil Frey erstmals in die Westschweiz und baute die Präsenz auf dem Schweizer Markt markant aus. Und gleichzeitig wagte man auch den Schritt ins Ausland und wurde offizieller Importeur von Toyota für Frankreich. Damit war der Grundstein gelegt für eine beispiellose Expansion auf dem europäischen Markt.
Walter Frey bewies dasselbe Gespür für Markttrends wie sein Vater. In den 1990er-Jahren erkannte er das grosse Potenzial der aufstrebenden koreanischen Marken. 1994 wurde am Genfer Automobilsalon die Marke Kia erstmals in der Schweiz der Öffentlichkeit vorgestellt. Den Anfang machte der viertürige Sephia, gefolgt vom 4x4 Sportage.
Es war eine Wiederholung der Erfolgsgeschichte von Toyota – bereits bis Ende Jahr konnten 589 Fahrzeuge an Schweizer Pionierkunden ausgeliefert werden. Heute sind es fast 7'000 Neuwagen der Marke Kia, die jährlich ihren Käufern übergeben werden.

Der grösste Händler Europas
Inzwischen vertritt die Emil Frey Gruppe über 15 Marken an mehr als 50 Standorten in der Schweiz. Und: Die Emil Frey Holding ist zum mit Abstand grössten Autohändler Europas gewachsen. An 500 Standorten werden jedes Jahr fast 400’000 Neuwagen verkauft.
Dazu kommen noch einmal mehr als 200’000 Gebrauchtwagen. Am Heimstandort in Safenwil ist mit «Emil Frey Racing» ein eigenes Rennteam und mit «Emil Frey Classics» ein Zentrum für Oldtimer-Liebhaber ansässig.
Und weiterhin gilt der Grundsatz von Gründer Emil Frey, nur beste Qualität zu fairen Preisen zu verkaufen. Der «Kundenbrief» von 1935 ist die bis heute gültige Verfassung der Emil Frey Gruppe, die jeder neue Mitarbeitende ausgehändigt erhält – um bei seiner täglichen Arbeit danach zu handeln.
Weitere Informationen finden sich auf der Jubiläums-Webseite der Emil Frey-Gruppe.
