Feusi Fédéral Ep. 145

Roger Nordmann: «AKWs sind eine Scheindebatte»

9
22.06.2024

Der Waadtländer SP-Nationalrat über die Stromversorgung im Winter, den Ersatz der Atomkraftwerke und wieso er glaubt, dass es keine neuen brauche. Und dann erläutert er, weshalb die SP nach der Niederlage bei der Prämienentlastungsinitiative auf eine Einheitskrankenkasse setzt, und was das mit den Appenzellern zu tun hat.

«Einige hundert Windkraftanlagen»

Jetzt gehe es um die Umsetzung, findet Roger Nordmann nach dem deutlichen Ja zum Stromgesetz. Damit meint er den raschen Bau der 16 geplanten Wasserkraftprojekte aber auch den Zubau an Solarenergie und Windparks. Die Verbände sollen auf Rekurse verzichten. «Was wir nicht an Wasserkraft haben, dafür brauchen wir eine fossile Reserve, was CO₂ Emissionen verursacht.»

Nordmann rechnet mit einigen hundert Windkraftanlagen. Diese würden vor allem im Winter Strom produzieren. «Jede Kilowattstunde Strom, die im Winter produziert wird, hilft und die Stauseen zu schonen.» Die Energie komme gratis in die Schweiz, wie Sonne und Wasser. «Das ist schon sehr wertvoll, wenn Sie Uran oder Kohle oder Gas brauchen, müssen Sie zuerst diese Energie im Ausland einkaufen und dann in der Schweiz verwerten.»

Die Debatte um Atomkraft sei eine «Scheindebatte» findet Nordmann. Am Schluss werde sowieso keines gebaut, weil die Hürden viel zu hoch seien. «Selbst wenn Sie möchten, ist es sehr unrealistisch und das ist der Grund, warum die Stromkonzerne gar nicht interessiert sind. Die finden das viel zu riskant, viel zu teuer.»

Kantonale Einheitskassen gefordert

Die Romandie habe für die Prämieninitiative gestimmt, weil dort die Kosten sehr viel höher seien. Aber das werde in der Deutschschweiz auch noch so weit kommen. Die Einheitskasse sei eine gute Idee, weil es gar keinen Wettbewerb im Gesundheitswesen gebe. Nordmann ist allerdings für kantonale Kassen, damit nicht die Appenzeller für die Genfer bezahlen müssten. Für Nordmann ist Estland das Vorbild für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Daneben brauche es eine eidgenössische Spitalplanung. 

Fehler gefunden? Jetzt melden.

Konversation wird geladen