Post: Teurer Postenschacher

Post: Teurer Postenschacher

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von Dominik Feusi am 31.3.2021, 14:00 Uhr
SP-Ständerat Christian Levrat wird neuer Post-Präsident. Bild: Schweizer Parlament, www.parlament.ch
SP-Ständerat Christian Levrat wird neuer Post-Präsident. Bild: Schweizer Parlament, www.parlament.ch
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Simonetta Sommaruga (SP) macht ihren Parteigenossen Christian Levrat zum Verwaltungsratspräsidenten der Post.

Es läuft immer so: Die Spitzen der Staatsfirmen Post und SBB werden nicht nach Fähigkeiten, sondern nach Parteibuch und freundschaftlichen Verbindungen vergeben.
Christian Levrat folgt auf Urs Schwaller (CVP), der von Doris Leuthard (CVP) installiert wurde. Er bekommt für ein 50%-Pensum 250'000 Franken. Hinzu kommt: Der Postenschacher ist der Grund für die anhaltende Krise beim gelben Riesen.
Der frühere CVP-Ständerat Schwaller wird von der Aufarbeitung des Postauto-Skandals verschont, bei dem er möglicherweise zu lange zugeschaut hat. Die Postauto-Tochter hatte jahrelang mit erfundenen Buchungen Einnahmen zum Verschwinden gebracht, um Subventionen einstreichen zu können. Die Post musste schliesslich 100 Millionen zurückzahlen.

«In den nächsten Jahren werden Strukturen zementiert, statt hinterfragt.»


Unter Christian Levrat dürfte der Postkonzern noch weniger auf Wettbewerbsfähigkeit und noch mehr auf staatliche Subventionitis getrimmt werden. Zusammen mit Bundesrätin Sommaruga wird er alles dafür tun, dass nicht mehr nachgefragte und deshalb unrentable Geschäftsbereiche beibehalten, dafür mit Steuergeldern finanziert werden.
Eine Restrukturierung, angefangen mit der Privatisierung der Postfinance, dürfte auf die lange Bank geschoben werden – bis sich niemand mehr daran erinnern kann. In den nächsten Jahren werden Strukturen zementiert, statt hinterfragt. Notfalls schickt die Post die Rechnung an den Steuerzahler – per Express und mit freundlichen Grüssen.
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