Deutsch und Deutlich

Causa «Jacques Baud» – werden wir durch Fake News regiert, Frau Stahl?

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16.01.2026
In der heutigen Folge «Deutsch und Deutlich» spricht Claudio Zanetti mit Professorin Henrieke Stahl. Sie setzt sich für den sanktionierten Schweizer Jacques Baud und andere von EU-Sanktionen betroffene Einzelpersonen ein. Bild: Nebelspalter

Das Thema der Sendung

Professorin Henrieke Stahl setzt sich für den sanktionierten Schweizer Jacques Baud und andere von EU-Sanktionen betroffene Einzelpersonen ein. Sie kritisiert, dass mit dem neuen Sanktionspaket von 2024 erstmals legale Meinungsäusserungen bestraft werden können, was eine unerhörte Verschärfung und einen Eingriff in die Meinungs- und Informationsfreiheit darstelle.

Sanktionen seien eigentlich ein diplomatisches Werkzeug zur Einflussnahme auf Staaten. Die Ausweitung auf Einzelpersonen, insbesondere aufgrund von Desinformation, schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall. Jacques Baud, ein ehemaliger Militäranalyst, wurde sanktioniert, nachdem er in einem Buch «Regieren durch Fake News» westliche Narrativbildung im Ukraine-Konflikt kritisiert hatte.

Stahl betont, dass die EU-Grundrechtecharta Meinungsfreiheit ohne behördliche Eingriffe garantiere. Dennoch würden durch Massnahmen wie den Digital Services Act legale Inhalte präventiv blockiert, was einem Zensursystem gleichkomme. Für in der EU lebende Sanktionierte bedeute dies den sofortigen Entzug ihrer Existenzgrundlage (eingefrorene Konten, Berufsverbot), eine schwere Menschenrechtsverletzung.

Ihr zentrales Anliegen ist der Schutz der Grundrechte: Die Freiheit, regierungskritische Narrative zu hinterfragen, sei der Kern der Demokratie und Meinungsfreiheit und dürfe nicht durch einen ausgelagerten Zensurkomplex ausgehebelt werden. Sie ruft zur Unterstützung entsprechender Petitionen auf.

Hier können Sie Ihre Solidarität mit Jacques Baud erklären:

Deutsch und deutlich mit Claudio Zanetti

Obwohl für uns Schweizer wichtig ist, was in Deutschland läuft, wissen wir erstaunlich wenig über unser nördliches Nachbarland, mit dem uns eine fast 400 Kilometer lange Grenze verbindet. «Deutsch und deutlich» will das ändern: Ein pointierter, tiefergehender Podcast, der das Schweizer Publikum mit Hilfe prominenter und eloquenter deutscher Gäste durch den (politischen) Alltag in Deutschland führt – unterhaltsam, analytisch und mit dem charakteristischen Nebelspalter-Blick.

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