Palästinensische NGOs: Spendengeld für den Terror

Palästinensische NGOs: Spendengeld für den Terror

Viele NGOs haben eine humanistische Tradition und tun an vielen Orten der Welt Gutes. Im Nahen Osten gibt es aber solche, die mit Spendengeld Terror finanzieren.

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von Giuseppe Gracia am 10.11.2021, 09:00 Uhr
Ist es Hilfe oder ist es Terrorsupport? Viele palästinensische NGOs sind von Terrororganisationen unterwandert. Foto: Keystone
Ist es Hilfe oder ist es Terrorsupport? Viele palästinensische NGOs sind von Terrororganisationen unterwandert. Foto: Keystone
Addameer, Al Haq, Bisan Center, Defense of Children International-Palestine, Samidoun und die Union of Agricultural Work Committees (UAWC): Das sind sechs palästinensische Nichtregierungs-Organisationen, die die israelische Regierung kürzlich als Terrorunterstützer eingestuft und verboten hat.
Diesen Organisationen werden Verbindungen zu einer der radikalsten und gewalttätigsten Parteien der Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) vorgeworfen, der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP).
Das israelische Verteidigungsministerium wies darauf hin, dass die angegebenen Organisationen von hochrangigen Mitgliedern der PFLP kontrolliert werden und viele PFLP-Aktivisten in leitenden Positionen beschäftigen – darunter Personen, die in den letzten Jahren an verschiedenen terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen sind. Die von der PFLP kontrollierten Organisationen spielten eine zentrale Rolle für die Finanzierung und zum Aufbau der Terrororganisation.

Keine Beweise? Von wegen.

Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben Israel für diesen Schritt verurteilt. «Das ist ein Frontalangriff auf die palästinensische Menschenrechtsbewegung und auf die Menschenrechte überall», heisst es in einer Mitteilung der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats.
Internationale Kritik kam auch von vielen Medien, in denen gesagt wird, dass Israel keinerlei Beweise für seine Behauptungen geliefert habe. Das ist falsch. Die PFLP wird in den USA, in der EU, in Kanada, Australien und in Japan seit Jahren als terroristisch eingestuft, und sie hat bis zum heutigen Tag nicht dementiert, dass Verbindungen zu den sechs genannten Organisationen bestehen. Vielmehr sagte PFLP-Funktionär Kayed Al-Ghoul gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, man unterhalte Beziehungen zu «zivilgesellschaftlichen Organisationen» in ganz Judäa, Samaria und Gaza.
Unabhängige Nachforschungen der in Jerusalem ansässigen Organisation NGO Monitor haben ausserdem bereits in der Vergangenheit die PFLP-Verbindungen einiger führender Funktionäre den genannten Gruppen aufgezeigt.
Alle sechs Organisationen erhielten laut NGO Monitor Finanzmittel von der Europäischen Union (EU) oder von einzelnen europäischen Ländern, sowie aus der Schweiz und von kirchlichen Gruppen und Stiftungen.

Die Mär von der Besatzungsmacht

Der offensichtlich antiisraelische Kurs einiger Mainstreammedien zeigt sich in diesem Fall auch in der Schweiz, wo etwa der «Tages-Anzeiger» schrieb: «Auf der neuen (israelischen) Terrorliste steht eine Organisation wie Al-Haq, die Menschenrechtsverletzungen nachgeht. Sie ist damit ein Stachel im Fleisch der israelischen Besatzung.»
Die Rede von Israel als Besatzungsmacht ist im links-grünen Milieu verbreitet – wie auch unter Kulturschaffenden. Das ist so falsch wie geschichtsvergessen. Von Besatzungsmacht kann man nur sprechen, wenn ein Land von Fremden übernommen und mit Gewalt okkupiert wird. Auf dem heutigen Gebiet Israels gab es in den letzten 3000 Jahren jedoch nur zwei unabhängige Staaten: beide waren jüdisch, und beide wurden von Invasoren zerstört.
Es gab dort zu keiner Zeit einen arabischen oder muslimischen Staat. Die Juden haben also zu keiner Zeit ein Land besetzt, in dem nicht schon vorher stets Juden gelebt haben.

Nährboden für Judenhass

Abgesehen davon ist eine israelische Mehrheit für die «Zwei-Staaten-Lösung»: So wurde den Palästinensern in den letzten Jahrzehnten fünf Mal ein eigener Staat angeboten. Sie haben ihn jedes Mal abgelehnt, denn sie akzeptieren keinen jüdischen Staat, unter welchen Bedigungen auch immer.
Natürlich darf jeder Mensch Kritik an der israelischen Regierungspolitik üben. Dabei muss aber klar sein: Wer Israel für Dinge kritisiert, die er bei anderen Staaten akzeptiert, ist ein Antisemit. So wie jene, die Israel das Existenzrecht absprechen. Sie leisten geistige Mithilfe an einem neuen Judenhass. Einem Hass, den viele westliche Medien durch einseitige, anti-israelische Berichterstattung mitverantworten.

Zur Person

Giuseppe Gracia (54) ist Schriftsteller, Publizist und Kommunikationsberater. Sein neuer Roman «Glorias Finale» ist erschienen bei Nagel & Kimche, Zürich.

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