Kaspar Villiger mit Freiheits-Preis geehrt

Kaspar Villiger mit Freiheits-Preis geehrt

Die Bonny-Stiftung für die Freiheit hat dem Luzerner Alt-Bundesrat am Donnerstag den Freiheitspreis 2021 verliehen. Er habe sich als Politiker stets für die freiheitlichsten Lösungen eingesetzt.

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von Dominik Feusi am 26.8.2021, 20:31 Uhr
Preisträger Kaspar Villiger hielt eine engagierte Rede für die Freiheit (Bild: fi.)
Preisträger Kaspar Villiger hielt eine engagierte Rede für die Freiheit (Bild: fi.)
Der mit 100’000 Franken dotierte Preis wurde im Berner Kursaal überreicht. Villiger sei bis zu seiner Wahl in den Bundesrat Unternehmer mit Leib und Seele gewesen, sagte Beat Brechbühl, Vizepräsident der Bonny-Stiftung in der Laudatio. Und auch danach habe er als Verwaltungsratspräsident der UBS die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und der Gesellschaft wahrgenommen.
Als Bundesrat sei der «frei-sinnige» Villiger für marktwirtschaftliche Lösungen, Selbstverantwortung der Menschen und das Leistungsprinzip eingestanden. Und immer wenn mehrere Lösungen möglich gewesen seien, habe er sich für die freiheitlichste eingesetzt.

Ohne Gesetz keine Freiheit

Kaspar Villiger appellierte in seiner Ansprache, für den Wert der Freiheit einzustehen.Nur die Freiheit als oberstes politisches Prinzip führe zu einer freien Gesellschaft. Gerade in Coronazeiten sei Freiheit zum grossen Thema geworden. Während in Burma oder Hong Kong Menschen ihr Leben riskierten für ein bisschen Freiheit, demonstriere man hierzulande gegen das Maskentragen. Freiheit sei wichtig, sie bedürfe allerdings der Beschränkung, damit sie sich nicht gefährde, sagte Villiger. Thomas Hobbes habe schon festgehalten, wo es kein Gesetz gebe, gebe es keine Freiheit.

«Wer frei handeln darf, muss die Folgen tragen.»

Alt-Bundesrat Kaspar Villiger

Freiheit müsse also gebändigt werden, damit sie nicht zerstört werde. Das geschieht nach Villiger durch drei Instrumente: nach Hobbes durch das Gesetz, dann durch Haftung, und schliesslich verantwortliches Handeln der Einzelnen. «Wer frei handeln darf, muss die Folgen tragen», so Villiger. «Die Freiheit ist nicht nur Wohltat, sondern auch Bürde.»

Irrungen und Wirrungen

«Nur freie Menschen können sich und ihre Talente wirklich entfalten, sie ist aber auch Bedingung des Fortschritts.» Doch erst die Kooperation innerhalb der Gesellschaft ermöglicht es, das Wissen von anderen zu nutzen, ist Villiger überzeugt.
Alles, was in der Gesellschaft funktioniere, sei nicht Ergebnis eines Planes, sondern eines Lernprozesses von Individuen mit Irrungen und Wirrungen, der das Wissen von Menschen bündle und nutzbar macht.

«Verrückte Geldpolitik»

Villiger kritisierte die «verrückte Geldpolitik der Notenbanken». Die lasse die Illusion entstehen, dass Geld immer vorhanden sei. Das habe gerade in der jetzigen Krise bis in bürgerliche Kreise eine Illusion der Machbarkeit und Finanzierbarkeit von allem entstehen lassen. Diese Mentalitätsverschiebung, so warnte Villiger, sei viel schlimmer als das Tragen der Maske, oder der Stich der Impfung.

«Freiheit ist Voraussetzung der prosperierenden, lebendigen und kreativen Gesellschaften aber sie ist auch eine Last.»


«Freiheit ist Voraussetzung der prosperierenden, lebendigen und kreativen Gesellschaften», so Villiger, «aber sie sei auch eine Last.» Für Villiger ist die Freiheit heute insbesondere aus der Politik, aber auch aus der Wirtschaft und den Menschen selber in Gefahr. Sein Appell an die Gäste war eindringlich: Man dürfe im Einsatz für die Freiheit auch dann nicht nachlassen, wenn man sie hat. «Denn sie ist ein verletzliches Gut.»
Vollständige Laudatio von Dr. Beat Brechbühl, Vizepräsident der Bonny Stiftung für die Freiheit:
  • LAUDATIO FÜR K. VILLIGER 17.8.2021 .pdf





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