Grüne werben wieder mit manipuliertem Bild von Kovi-Kind

Grüne werben wieder mit manipuliertem Bild von Kovi-Kind

Eine inszenierte Szene aus Peru muss für die Asylpolitik in der Schweiz hinhalten. Die Grünen bedauern den «Fehler».

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von Dominik Feusi am 30.6.2021, 13:15 Uhr
So setzten die Grünen die Fotomontage ein. (Bild: Screenshot Twitter)
So setzten die Grünen die Fotomontage ein. (Bild: Screenshot Twitter)
Die Grünen wollen einen «Paradigmenwechsel in den Bundesasylzentren», das haben sie gestern Vormittag verkündet. Garniert war die Medienmitteilung auf dem Nachrichtendienst Twitter mit einem Bild eines traurigen Mädchens vor einer grau-braunen Tagebau-Mine.

«Unschöner Kompromiss»

Das Mädchen ist seit dem letzten Jahr allen politisch Interessierten vertraut. Es diente als Hauptsujet der Befürworter der Konzernverantwortungsinitiative. Schon damals wurde allerdings bekannt, dass es gar nicht vor der Mine fotografiert worden war. Die betreffende Mine wurde zudem stillgelegt, fünf Jahre bevor der Zuger Rohstoffhändler Glencore das Minenunternehmen übernahm. Das Bild ist eine Fotomontage des Werbers Lorenz Spinas. Dieser sagte der NZZ am Sonntag (Link), die Bildmontage sei «ein etwas unschöner Kompromiss», aber keine Manipulation.
Jetzt wurde der «unschöne Kompromiss» also wiederverwendet. Für eine Medienmitteilung zur Asylpolitik in der Schweiz. Dass das Kind hierzulande weder um Asyl nachgesucht, noch in einem der von den Grünen kritisierten Bundesasylzentren lebt, spielte offenbar keine Rolle.

Nach zwölf Stunden gelöscht

Nach rund zwölf Stunden online wurde es am Abend nach der Anfrage des Nebelspalters rasch entfernt. Auf mehrfache Anfrage wollte Florian Irminger, Generalsekretär der Grünen, nicht offenlegen, wieso eine Fotomontage aus Peru für Schweizer Asylzentren verwendet wurde und woher er es hat. Dass die Grünen das Sujet nicht kannten, kann ausgeschlossen werden. Sie engagierten sich stark für die Konzernverantwortungsinitiative.
Auch ob das Mädchen für die Verwendung des Bildes von den Grünen irgend etwas erhält, liess er offen. Die Verwendung sei ein Fehler gewesen, liess Irminger ausrichten. Man bedaure das.

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