GFS- und Tamedia-Umfragen: Es wird knapp fürs Co2-Gesetz

GFS- und Tamedia-Umfragen: Es wird knapp fürs Co2-Gesetz

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von Sandro Frei am 2.6.2021, 06:58 Uhr
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Heute morgen wurden die neusten Umfragen der SRG und der Tamedia publiziert. Beide sehen ein Kopf an Kopf-Rennen beim CO2-Gesetz.


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Screenshot SRG
Während es sich bei der Umfrage der «SRG» um die zweite handelt, ist es bei «Tamedia» bereits die dritte. Für beide ist es gleichwohl die letzte vor dem Urnengang am 13. Juni. Bei der Umfrage des GFS ist im Vergleich zur ersten eine starke Zunahme des Neinlagers von 8 Prozentpunkten festzustellen. Dies erstaunt, da bei Behördenvorlagen in der Regel das Ja-Lager zunimmt, je näher der Abstimmungstermin rückt. Eine solche Dynamik kennt man ansonsten viel eher bei Initiativen. Insgesamt ist aber gemäss der Umfrage, die auf den Portalen der SRG durchgeführt wurde, immer noch ein komfortabler Vorsprung des Ja-Lagers von 54 Prozent zu 43 Prozent festzustellen. Die Zahl der bei dieser Vorlage Unentschlossenen nahm von geringen 5 Prozent auf noch drei Prozent ab.

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Screenshot Tamedia
Bei «Tamedia» zeigt sich ein anderes Ergebnis, was aber die Sache nicht weniger aufregend macht. Hier bleibt das Nein-Lager konstant bei 46 Prozent. Dafür hat das Lager der Stimmbürger, die Ja oder eher Ja abstimmen wollen, um drei Prozent zugelegt. Auch hier ist das Ganze aber alles andere als gegessen. Es wird, falls die Umfragen nicht total danebenliegen, eine sehr enge Angelegenheit werden.

Auf Messers Schneide

Bei beiden Umfragen zeigt sich, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung dem vorliegenden Gesetz nicht zustimmen will. Dies erstaunt, weil die SVP die einzige Partei ist, die das CO2-Gesetz ablehnt. Es scheint den Gegnern des Gesetzes zu gelingen, weit über das Lager der SVP-Wählenden zu mobilisieren und auch bürgerliche Wähler anderer Parteien abzuholen. Bei der FDP (wir berichteten bei der zweiten Welle) ist die Basis weiterhin sehr gespalten. Bei Tamedia sagt die Basis weiterhin mehrheitlich Nein, dies trotz den intensiven Bemühungen seitens der Parteileitung, die Basis von einem Ja zu diesem «freisinnigen Gesetz» zu überzeugen. Bei der Befragung im Auftrag der «SRG» besitzt das Ja-Lager innerhalb der FDP einen Minimalvorsprung von nur einem Prozent.
Weniger kontrovers scheinen die anderen Vorlagen zu sein. Die beiden Agrarinitiativen dürften den normalen Gang von Volksbegehren gehen und ins Nein-Lager kippen. Das Covid- wie aber auch das Anti-Terror-Gesetz scheinen fast ein wenig unterzugehen neben dem CO2-Gesetz und den beiden Initiativen. So sieht es bei diesen beiden Vorlagen nach einem klaren Ja aus.Wie es auch immer herauskommt, es bleibt spannend bis zuletzt.
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