Feusi Fédéral Ep. 13 mit Diana Gutjahr: «Wir müssen mit dem Virus leben»

Feusi Fédéral Ep. 13 mit Diana Gutjahr: «Wir müssen mit dem Virus leben»

Die Thurgauer SVP-Nationalrätin über Corona, die Massnahmen und wie sie Unternehmertum und Nationalrat unter einen Hut bringt.

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von Dominik Feusi am 18.6.2021, 18:00 Uhr

Die Thurgauer Nationalrätin Diana Gutjahr hat im Parlament drei Wochen lang dafür gekämpft, dass die Maskenpflicht in den Schulen und anderswo aufgehoben wird und das Covid-Zertifikat nur für internationalen Reiseverkehr und für Grossveranstaltungen benötuigt wird. Auch die Taskforce wollte sie aufheben. Die Anträge die sind alle gescheitert.

Bundesrat öffnet zu wenig schnell

Gutjahr findet, der Bundesrat mache zu wenig schnell vorwärts mit den Öffnungen. «Die Homeofficeplicht und die Maskenpflicht im Freien sind angesichts der tiefen Fallzahlen nicht mehr gerechtfertigt. Die Leute wollen ihre Freiheiten zurück. Zudem seien die Vorschläge des Bundesrates unlogisch. «In den neusten Vorschlägen steht, die Maskenpflicht am Arbeitsplatz solle fallen, die Homeoffice-Pflicht ist aber nicht einmal erwähnt.»
Gutjahrs Partei wollte auch die besonderen Lage aufheben, auf der die Massnahmen beruhen. Aber auch das wurde von allen anderen Parteien abgelehnt. «Viele Politiker wollen die Verantwortung nicht übernehmen, und lassen lieber den Bundesrat machen» findet Gutjahr.

Lockdown war ein Fehler

Der Machtzuwachs des Bundesrates hat Gutjahr nachdenklich gemacht. «Wir haben stundenlang über Verordnungen diskutiert», erzählt Gutjahr, «aber schlussendlich hat der Bundesrat doch gemacht, was er wollte.» Die Unternehmerin findet, man hätte den zweiten Lockdown, insbesondere die Schliessung von Läden und Restaurants nicht machen sollen. «Das war für mich nicht nachvollziehbar.» Irgendwann müsse man der Tatsache ins Auge schauen, dass das Virus nicht verschwinden werde. «Wir müssen damit leben.»
Und was passiert im nächsten Herbst? Gutjahr findet, dass die Gesellschaft nicht noch länger mit Einschränkungen leben könne. «Wenn die Massnahmen verlängert werden, dann bin ich mir sicher, dass die Stimmung kippt.»

Unnütze Vorstösse

Und wie bringt die Mitinhaberin einer Metallbaufirma ihr Amt und die Aufgaben im Betrieb unter einen Hut? Sie habe sich einfach sehr gut organisieren müssen. Nach den ersten Wochen habe sie fast ans Aufgeben gedacht. Mittlerweile gehe es aber gut. «Aber manchmal rege ich mich über die zahlreichen unnützen Vorstösse auf, die wir abarbeiten müssen», sagt Gutjahr. Und woher kommen diese Vorstösse? «Von links-grün», sagt Gutjahr und lacht.
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