Die Hamas hätte Israel nie angegriffen, wäre Trump noch Präsident

Die Hamas hätte Israel nie angegriffen, wäre Trump noch Präsident

Donald Trump dämmte Irans Macht ein. Sein Nachfolger Joe Biden macht Iran den Hof. Iran steht hinter Hamas. Deshalb gibt es Krieg in Israel. Wenn der Westen Fehler begeht, müssen zuerst die Juden den Kopf hinhalten.

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von Markus Somm am 19.5.2021, 06:53 Uhr
Krieg in Israel, Krieg in Gaza. Nachdem die palästinensische Hamas Israel mit Raketen angegriffen hat, schlägt die israelische Armee zurück. Feuersbrunst über Gaza.
Krieg in Israel, Krieg in Gaza. Nachdem die palästinensische Hamas Israel mit Raketen angegriffen hat, schlägt die israelische Armee zurück. Feuersbrunst über Gaza.
Zwischen Januar 2017 und Januar 2021 kam es zu keinem Krieg zwischen Israel und den Palästinensern, nicht einmal zu nennenswerten Zwischenfällen, es war ruhig, wenn auch manchmal gespannt, nichts geschah. Was war die Ursache? Dass zwischen Januar 2017 und Januar 2021 Donald Trump im Weissen Haus sass. Was immer man über seinen groben Stil, seine nicht allzu pflegeleichte Persönlichkeit denken mag: Seine Politik im Nahen Osten war erfolgreich – weil simpel. Seit Joe Biden als Präsident der Vereinigten Staaten amtiert betreibt das Land eine Aussenpolitik, die weder simpel noch erfolgreich ist: Es ist kein Zufall, dass Hamas, eine palästinensische islamistische Terrororganisation, Israel jetzt angegriffen hat. Seit gut einer Woche hat Hamas rund 3000 Raketen nach Israel abgefeuert, und die israelische Armee ist dazu übergegangen, Ziele in Gaza zu bombardieren. Auf beiden Seiten sind Tote zu beklagen – natürlich weniger Israelis als Palästinenser – was aber in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass die Terroristen ihre Raketenstellungen bewusst in Wohngebieten platziert haben, um so jene Leute, die ihnen angeblich so sehr am Herzen liegen, als menschliche Schutzschilder zu missbrauchen. Tote Zivilisten in Gaza, das weiss Hamas, machen gute Schlagzeilen in Europa und Amerika, tote Israelis dagegen werden entweder ignoriert oder als Beleg dafür angesehen, dass die Israelis viel zu brutal vorgegangen sind. Natürlich dürfe sich Israel verteidigen, wird dann beteuert, aber so? Sicher ist das nicht verhältnismässig. Und kaum ist Israel am Siegen, wird nach einem Waffenstillstand verlangt, – was Hamas hilft, während es Israel um die Früchte seiner Anstrengungen bringt.
Natürlich verlangt auch Joe Biden nun einen Waffenstillstand. Zwar hat er wie so viele westliche Staatsmänner das Selbstverteidigungsrecht Israels ausdrücklich anerkannt, aber sonst ist aus Amerika nicht viel Konstruktives zu hören, sicher nichts, was den Konflikt beilegen würde. Talk, talk, talk. Worte, sonst nichts. Selten hat die Supermacht so ratlos ausgesehen. Der Zauberlehrling wird die Geister, die er rief, nicht mehr los. Und der Lehrling heisst Biden.

Zwanghafte Politik

Worin liegt der Unterschied zwischen Trump und Biden? Die Antwort hat vier Buchstaben: Iran. Unter einem fast pathologischen Zwang stehend, alles anders zu machen als Trump, hat Biden Iran vorschnell aus dem Kellerloch befreit, in das die Trump-Administration die Islamische Republik gesperrt hatte. Das Iran-Abkommen, so verkündete das neue aussenpolitische Team Biden, kaum hatte dieser sein Amt angetreten, werde wiederbelebt. Trump hatte es aufgehoben.
Abgesehen davon, dass er recht hatte – das Abkommen taugte wenig und bewirkte das Gegenteil dessen, was beabsichtigt gewesen war – hat er damit ebenso den Frieden in der Region gefördert, insbesondere weil er damit auch die terroristischen Gegner Israels in ihre Schranken wies. Denn Hamas wird von Iran unterstützt – finanziell und materiell. Die meisten Raketen, die jetzt über Israel herunterregnen, hat Hamas vom Iran erhalten oder selbst in Gaza zusammengebaut – aus iranischen Bestandteilen. Hamas besitzt allerdings nicht nur Raketen, sondern Hamas ist vielleicht eine der gewalttätigsten Organisation der Gegenwart überhaupt, sie bringt wahllos Menschen um, vorzugsweise Juden, es ist eine zutiefst antisemitische, wenn nicht genozidale Bewegung: Israel soll von der Landkarte verschwinden, die Juden sich in Luft auflösen. Übrigens ein Ziel, das die Theokraten im Iran mit der Hamas teilen. Wiederholt haben iranische Spitzenpolitiker die Vernichtung Israels angedroht.

Donald, der Wahnsinnige

Ausgerechnet diesen Iran hat Joe Biden wieder salonfähig gemacht, indem er ihm ein neues Abkommen in Aussicht stellte, und indirekt hat er damit wohl die Hamas gestärkt. Ohne Irans Zustimmung hätte die Hamas nie losgeschlagen. Doch Iran fürchtet die Amerikaner nicht mehr, seit Trump abgewählt worden ist. Wenn er auch manchmal wie ein Wahnsinniger wirkte, so hatte sein Wahnsinn doch Methode: Niemand konnte sich sicher sein, was er als Nächstes im Schild führte. Der unberechenbare Präsident war so gesehen für alle Bösen dieser Welt sehr berechenbar: Don’t f* with him. Fordere ihn nicht heraus. Es ist undenkbar, dass Hamas sich je getraut hätte, Israel zu attackieren, wäre Trump noch Präsident.
Was die Iraner von Biden halten, wissen wir nicht. Offensichtlich nicht allzu viel. Es ist an ihm, das zu ändern. Noch hat er Zeit, seinen Irrtum zu korrigieren.
Es ist bitter, es ist wahr: Wann immer der Westen politische Fehler begeht, müssen zuerst die Juden den Kopf hinhalten.
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