Corona-Nebelkerzen: Somewhere over the Brainbow

Corona-Nebelkerzen: Somewhere over the Brainbow

Während das Corona-Narrativ schmilzt wie ein Eis in der Sommersonne, läuft die Regenbogen-Fraktion in den Medien heiss, um mit weichen Themen wie Gender, Klima und Gleichheit vom Vertrauenskollaps abzulenken.

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von Milosz Matuschek am 25.6.2021, 05:00 Uhr
Foto: Enno Kapitza
Foto: Enno Kapitza
Man weiss, wie Minister fallen – nämlich wie Butterbrote: immer auf die «gute Seite». Man kann sich vorstellen, wie Experten fallen, nämlich wie Schiessbudenfiguren, wenn diesen der Wind mal direkt ins Gesicht bläst. Doch wie fallen eigentlich «Narrative», wie das nicht tot zu kriegende Corona-Narrativ von der angeblich gefährlichsten Pandemie seit 100 Jahren?
Es wird vermutlich nicht der eine grosse Wumms sein, der alles in tausend Stücke fliegen lässt, sondern es wird sein wie bei einem Kaugummi, den man zu lange im Mund hatte: Erst verliert er den Geschmack, dann franst er aus – bevor man ihn schliesslich ausspuckt. Anders gesagt: Dem Panikorchester aus Fauci & Co., der Schweizer Taskforce und den immer gleichen «Experten» in Deutschland, wie Drosten, Brinkmann, Lauterbach und Wieler könnte es schlicht irgendwann zu dumm werden, immer wieder auf den gleichen Angstknopf zu drücken. Wie sagte doch einst Loriot? «Komik entsteht, wo Würde misslingt.»
Hand aufs Herz, liebe Journalistenkollegen aus dem Mainstream: Wenn es in diesem Tempo weitergeht mit der medialen Aufarbeitung der Ungereimtheiten in Sachen Corona, womit überrascht ihr uns demnächst? Nach dem DiviGate um die angebliche Überlastung der Krankenhäuser wegen Mangels an Intensivbetten und der aus der Vorhölle der Information entwichenen Wuhan-Labor-Theorie ist doch derzeit tatsächlich der PCR-Test in der Kritik – mit ebenfalls eineinhalb Jahren Verspätung. Kommt bald ein Hintergrundbericht über die Mondlandung, den Kennedymord oder das Aussterben der Dinosaurier? Wo hört eigentlich Journalismus auf und wo fängt Geschichtswissenschaft an?
Fakt ist: wenn Informationsaufbereitung so dermassen asynchron neben der Spur verläuft, wie in der Corona-Krise, braucht man Medien eigentlich nicht, denn dann genügen auch Pressemitteilungen von Regierungen. Immerhin: Seitdem die Impfdosen in Millionenzahl bestellt und die Inzidenzen schneller sinken als die Umfragewerte der grünen Kanzlerkandidatin in Deutschland, Annalena Baerbock, wechseln selbst etablierte Medien wie die «Welt», laut «Faktenchecker»-Kindergarten «Volksverpetzer» ins Querdenkerlager.
Zu allem Übel droht gerade eine Art Corona-Sommerloch, weil, welch Wunder, das Virus tatsächlich saisonal schwankt und wie auch schon letztes Jahr, die Zahlen sinken. Nur die Begründung lautet jetzt anders: Vor einem Jahr waren es die angeblich so weitsichtigen Massnahmen, jetzt sollen es die Impfungen sein. Wann wohl die Aufarbeitung der Impfschäden folgen wird: 2022, 2023 oder 2025? Der französische Virologe und Nobelpreisträger Luc Montagnier bemerkte vor kurzem, dass in allen Ländern die Impfkurve mit der Kurve der Todesfälle korreliert. Corona als chinesische False-Flag-Aktion und die Impfungen als Biowaffenangriff? Man will es sich jetzt schon als «Breaking News» für das Jahr 2026 vorstellen. Das gibt den Nannen- und Kischpreis für Journalismus!
Nun ja, falls es Medien in der Form dann überhaupt noch gibt, denn den jetzigen Vertrauensverlust wettzumachen, wird in etwa so schwer werden, wie aus dem SPD-Kanzlerkandidaten Scholz noch einen charismatischen Charakterkopf zu machen. Der grösste mediale Supergau in Sachen Corona bestand darin, dass aus der Pandemiethematik ein Glaubenskrieg gemacht wurde, anstatt das Thema durch Rede und Gegenrede aufzuarbeiten, wie es sich in reifen Demokratien gehört. Der Bedarf an kritischen Informationen ist jedenfalls grösser, als es die (geschönten?) Umfragewerte der Regierung und die angebliche Sehnsucht der Bevölkerung nach immer härteren Massnahmen vermuten lassen.
Vor kurzem ist das Buch des Arztes und ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg «Falsche Pandemien» (Rubikon Verlag) auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Wodarg gehört zu den Experten, die schon vor Panikmache bei vergangenen Pandemien, wie der Schweine- und Vogelgrippe, gewarnt haben und sich seit Jahrzehnten kritisch über den Einfluss der Pharmalobby auf die Politik äussern. Warum man Experten mit nachgewiesen richtigem Riecher und track record im medialen Mainstream bisher verschmäht hat und stattdessen einen schon damals irrlichternden Dr. Drosten zum Corona-Erklärbär aufgeblasen hat, sollte neben Seminaren an Journalistenschulen eigentlich auch Gerichte und Untersuchungsausschüsse beschäftigen.
Wie also das Sommerloch füllen? Genau, mit den ewigen Dauerbrennern an Themen, die nur ein paar Minderheiten-Lobby-Journalisten, aber sonst kaum jemanden interessieren: Gender, Equality und Regenbogenmoralismus. Während das Volk bei der neuzeitlichen Version von Brot und Spielen, der Fussball-EM, dem ein oder anderen Spiel folgt, braucht es dringend eine Diskussion darüber, wie sich selbst noch der Sport tugendartig kolonisieren lässt, nämlich in Form von Schweigeminuten, Kniefällen und einem Stadion in Regenbogenfarben, wie kürzlich in München, um den identitätspolitisch zurückgebliebenen Ungarn mal zu zeigen, wo in Deutschland der woke Hammer hängt. Vergessen ist offenbar die Zeit, als DDR-Bürger im Sommer 1989 über Ungarn in den Westen flohen, weil es im sozialistischen deutschen Friedensstaat so totalitär heimelig war, dass es sich nicht mehr aushalten liess.
Politik, Konzerne und der mediale Mainstream haben sich schon seit geraumer Zeit zu einem mafiös anmutenden «Reich des Guten» zusammengefunden, das dem Einzelnen erst über Jahre die richtige Moral eingetrichtert hat (LGBTQ, Klima, Migration) und jetzt durch eine Abfolge von unschlüssigen Corona-Massnahmen die Logik ins Visier nimmt. Ziel ist offenbar, neben der moralischen Urteilskraft auch noch den gesunden Menschenverstand auszuschalten. Erst wenn es keine denkenden Menschen mehr gibt sondern nur noch Gläubige, kann man Köpfe wie Festplatten mit jedem beliebigen Inhalt bespielen. Von dem fürsorglichen Mantra «Bitte bleiben Sie gesund» wäre es dann nicht mehr weit zur Warnung: «Es wäre schade, wenn Ihnen etwas zustossen würde».
Den Kritikern von heute könnte man dann ja anbieten, sich durch das Auswendiglernen von Mai-Lab-Videos auf Youtube wieder zu vollwertigen Bürgern zu rehabilitieren. So viel Humanismus sollte selbst in der «Neuen Normalität» noch sein, finde ich.
  • Gesellschaft
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