Corona-Impfung: Zwei Tote wegen Nebenwirkungen um drei Todesfälle zu verhindern

Corona-Impfung: Zwei Tote wegen Nebenwirkungen um drei Todesfälle zu verhindern

Eine Studie aus Deutschland und den Niederlanden fordert dazu auf, die Impfpolitik zu überdenken, weil die Nebenwirkungen im Vergleich zum Nutzen zu gross sind. Die Autoren sind allerdings wegen der Daten kritisiert worden.

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von Dominik Feusi am 6.7.2021, 17:30 Uhr
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Die Studie will Kosten und Nutzen der Covid-19-Impfung untersuchen. Dazu hat sie zuerst mit israelischen Daten errechnet, wie viele Impfungen es braucht, um einen Todesfall an Corona zu verhindern. Um einen positiv getesteten Fall zu verhindern sind 200 bis 700 Impfungen nötig. Um einen Todesfall zu verhindern sind 9000 bis 50’000 Impfungen nötig. Bei 16’000 Impfungen liegt die Punktschätzung.

«This lack of clear benefit should cause governments to rethink their vaccination policy.»

Studie Walach et al.


Danach wurden in den Daten der European Medicines Agency und einer niederländischen Datenbank die Nebenwirkungen unter die Lupe genommen. Rund 700 von 100’000 Geimpfte haben Nebenwirkungen, 16 davon sind ernsthafter Art. Auf 100’000 Geimpfte kommen gemäss diesen Zahlen 4,11 Todesfälle wegen den Nebenwirkungen. Insgesamt kommen deshalb auf drei durch die Impfung verhinderte Todesfälle zwei, die durch die Nebenwirkungen verursacht werden. (Lesen Sie hier die Studie in Englisch). Die Schlussfolgerung ist hart: «This lack of clear benefit should cause governments to rethink their vaccination policy.» (dt.: «Dieser Mangel an Nutzen sollte die Regierungen dazu bewegen, ihre Impfpolitik zu überdenken.»)

Studie zurückgezogen

Die Studie wurde Ende Juni in der zur American Society for Virology (ASV) gehörenden Zeitschrift Vaccines veröffentlicht. Wenige Tage später zog das Journal die Studie zurück, obwohl sie von Fachleuten gegengelesen, sogenannt «Peer-reviewed» wurde. Die Autoren hätten die Nebenwirkungen überschätzt, schrieb die Leitung des Journals (Lesen Sie hier die vollständige Begründung). Bei den niederländischen Daten könne es sein, dass auch ein Tod, der nichts mit der Impfung zu tun habe als solcher gewertet werde. Das sei nicht korrekt.

«Prove that the vaccines are safe! No one has done so. We say they are not and we used the best data currently at hand.»

Walach et al.


Die Autoren sehen das anders und verteidigen ihre Untersuchung. Der Hauptautor Harald Walach schrieb in einer Antwort, dass man nur diese Daten zu den Nebenwirkungen habe und man diese auch bei anderen Impfungen verwende (Lesen Sie hier die Entgegnung). Die Verantwortlichen würden zudem wie bei allen anderen Impfungen die Meldungen von Nebenwirkungen prüfen und wenn nötig nachfragen. Es sei nicht nachzuvollziehen, weshalb bei allen anderen Impfungen diese Daten verwendet würden, aber jetzt bei Corona nicht. Deshalb, so Walach, seien die Daten verwendbar, auch wenn sie vielleicht nicht perfekt seien und seine Studie richtig.

Die «besten Daten»

Walach fordert in seinem Brief die Wissenschaft auf, zu beweisen, dass die Impfung ungefährlich sei. Dies sei bis jetzt nicht geschehen. Er sei der Meinung die Impfung sei nicht ungefährlich. Die Studie verwende die «besten erhältlichen Daten in einer korrekten Weise».

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