«Nur ein Piks»: Der Rechtsprofessor erklärt sich

«Nur ein Piks»: Der Rechtsprofessor erklärt sich

Urs Saxer, Titularprofessor am Institut für Völkerrecht und ausländisches Verfassungsrecht der Universität Zürich, hat in einem Interview die Covid-Impfung auf einen «kleinen Mikro-Stich» reduziert. Das sei als bewusste Provokation gedacht gewesen, sagt Saxer auf Anfrage.

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von Stefan Millius am 4.10.2021, 18:00 Uhr
Der Rechtsanwalt und Titularprofessor Urs Saxer.
Der Rechtsanwalt und Titularprofessor Urs Saxer.
Der Mann hat eine Antwort auf jede Frage, und er formuliert sie eloquent. Verletzt die geltende Zertifikatspflicht die Grundrechte? Das sei nicht die Frage, befindet er sinngemäss, denn Grundrechte – auch wenn sie so heissen – gelten nicht unbeschränkt. Einschränkungen seien möglich und derzeit auch möglich, denn wir haben laut Urs Saxer, Titularprofessor an der Universität Zürich, «die grösste Krise seit Ende des zweiten Weltkriegs, die Lage ist ernst.» Das verkündet er in einem Interview in den Blättern von CH Media, beispielsweise hier (hinter Bezahlschranke).
Wenn es eine Krise ist, ist es eine Gesundheitskrise, keine Rechtskrise. Dennoch hat der Anwalt und Rechtsprofessor und Spezialist für Völkerrecht keine Hemmungen, seine Beurteilung zur Lage der Volksgesundheit abzugeben.

Impfung als «Piks» und «Mikro-Stich»

Er tut das auch frank und frei bei der Frage der Impfung, die vom Fachgebiet eines Juristen doch ziemlich weit entfernt ist. Wie sieht er es beispielsweise mit dem Schutz der körperlichen Integrität bei Leuten, die sich nicht impfen lassen wollen? Die Antwort: «Also Entschuldigung, so ein kleiner Mikro-Stich verstösst nicht gegen die körperliche Integrität.»
Es klingt, als würde man bei einer Impfung nur kurz mit einer Nadel gestochen und nichts dem Körper zugefügt. Saxer legt sogar noch nach: «Bei den allermeisten Leuten ist so ein Piks völlig unproblematisch.»
Das ist sicher wahr. Niemand leidet unter einem Piks. Aber eben, noch einmal die Frage: Folgt nach diesem Piks denn nichts? Ist die Spritze leer? Ist es so, als würde man sich mit einer Stricknadel stechen?

«Sachnäher als die meisten»

Der «Nebelspalter» wollte von Urs Saxer wissen, ob er als Jurist berufen ist zu einer Beurteilung der Wirksamkeit und der möglichen Gefahr durch einen Impfstoff. «Der Begriff des Micropiks war natürlich eine provokative Übertreibung», sagt der Titularprofessor. Aber er sei mit dem Thema seit Anfang an vertraut – «als langjähriger Verwaltungsrat eines Spitals, das Covid-19-Kranke pflegt und ein Impfzentrum betrieben hat sowie als Rechtsanwalt, der diverse Spitäler berät und vertritt sowie für diverse Ärzteverbände tätig ist.» Er sei damit «sachnäher» als die meisten, die sich derzeit öffentlich äussern, so Saxer.
Er wisse natürlich auch als Nichtmediziner, dass sich die Impfung nicht im Piks erschöpfe, «und ich gehe nicht davon aus, dass Sie allen Ernstes meinen, dies sei mir unbekannt.» Die Übertreibung habe er bewusst gewählt. Urs Saxer: «Verglichen mit den möglichen gesundheitlichen Konsequenzen von Covid 19, der Geschwindigkeit der Verbreitung, der Kosten der Pflege von Corona-Patienten in Spitälern, welche in den geltenden DRGs nicht hinreichend abgebildet sind,  und angesichts von über 10'000 Corona-Toten allein in der Schweiz erscheint mir die zigmillionenfach erprobte Impfung trotz möglicher Nebenwirkungen in der Regel als Piks, nicht mehr.»
Zudem halte er daran fest, dass die Impfung kein Verstoss gegen die körperliche Integrität sei. Es handle sich um einen in der Regel geringfügigen Eingriff, der überdies durch die Zustimmung des Betroffenen gedeckt sei.

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