Würdigung eines Schweizer Genies. Der sechsfache Oscar-Gewinner Arthur Cohn erhält in Israel einen Ehrendoktor

Würdigung eines Schweizer Genies. Der sechsfache Oscar-Gewinner Arthur Cohn erhält in Israel einen Ehrendoktor

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von Sebastian Briellmann am 21.5.2021, 09:41 Uhr
Schweizer Genie: Arthur Cohn, sechsfacher Oscar-Gewinner. Foto: Shutterstock
Schweizer Genie: Arthur Cohn, sechsfacher Oscar-Gewinner. Foto: Shutterstock
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Arthur Cohn wird von der Bar-Ilan-Universität als Anerkennung für «seine lebenslangen Beiträgen zur Welt des Kinos» geehrt.

Fast immer, wenn Arthur Cohn ein Interview gibt, wird er um eine Einschätzung der Lage im Nahen Osten gebeten – und immer gibt Cohn eine deutliche Antwort, in dem er seine Zuneigung zu Israel bekräftigt, zum Judentum natürlich auch.
Es mag eine Fügung sein, dass Cohn gerade jetzt, da Krieg gegen Israel geführt wird, von der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv für sein Schaffen als hochbegabter Produzent, der sechs Oscars gewonnen hat, geehrt wird: Am 30. Mai wird ihm einen Ehrendoktortitel verliehen. Aber es ist sicher nicht zufällig, dass in der Laudatio des Universitätspräsidenten Arie Zaban sein Engagement steht: «Im Staate Israel, wo das Können zu träumen eine kritische Grösse ist, haben Ihre Filme Einwohnern gestattet, sich eine bessere Zukunft für sich selbst und ihre Kinder vorzustellen.»
Es ist für Cohn natürlich nicht die erste Auszeichnung in dieser Hubraumklasse. Er ist bereits Ehrendoktor an der Universität Basel, an der Boston University und an der Yeshiva University in New York. Aber einmal mehr wird einem bewusst, dass der Basler einer der bekanntesten Botschafter dieses Landes ist. Und Cohn hat es sich stets zur verdankenswerter Aufgabe gemacht, seine Heimatstadt, sein Heimatland zu bewerben. Ein Schweizer Genie.

Solidarität mit dem jüdischen Volk

Cohn, der bisher fast 30 Filme, darunter auch zahlreiche Dokumentationen, produziert hat, wird von der Bar-Ilan-Universität für seine Werke mit folgenden Worten ausgezeichnet: «Kino ist eine internationale Sprache, die die Menschen verbindet, das Gedenken an historische Ereignisse festhält. Diese Sprache gestattet sowohl den Schöpfern als auch dem Beschauer, zu träumen.»
Immer wieder hat sich Cohn mit dem Holocaust beschäftigt, zum Beispiel in «Die Gärten der Finzi-Contini». Aber Cohn ist ein Universal-Talent, das hat er zuletzt 2018 mit «Das etruskische Lächeln» eindrücklich unter Beweis gestellt. In der Laudatio wird dieses segensreiche Schaffen so zusammengefasst: «Es ist uns eine Ehre, Ihnen einen Doktortitel in Anerkennung Ihrer Errungenschaften in der Filmindustrie zu überreichen, aber auch für Ihre Solidarität mit dem Jüdischen Volk und Ihrem Wunsch, eine gerechtere Gesellschaft im Ebenbild von Gott zu schaffen.»
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