Weisser und älter geht's nicht: Der Saubermann der USA mit blitzsauberer Bilanz.

Weisser und älter geht's nicht: Der Saubermann der USA mit blitzsauberer Bilanz.

Es ist der Tag des politischen Frühlingsputzes in den USA: Traditionellerweise wird über den neuen US-Präsidenten nach 100 Tagen im Amt zum erstenmal Bilanz gezogen.

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von Claude Catsky am 2.5.2021, 07:39 Uhr
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Viele Kommentatoren wollten dem neuen, äh: starken Mann der USA schon einen Elektro-Rollstuhl oder mindestens eine praktische Gehhilfe spendieren, damit er einigermassen gerade und im Zeitlupentempo durch seine Präsidentschaft wackeln kann.
Inzwischen hat er aber viele mit seinem fast jugendlichen Elan und Speed überrascht und auf dem falschen Fuss erwischt.
Biden hat saubere Arbeit abgeliefert: Er hat den innenpolitischen Scherbenhaufen seines Vorgängers zusammengewischt, den unter den Teppich gekehrten Dreck weggeputzt und die Bilanz in der Aussenpolitik etwas aufpoliert. Siehe Klimaschutzabkommen oder Rückkehr zur WHO.
Er hat den Mietnomaden Trump aus dem Weissen Haus gefegt und den Mist der Trump-Ära auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Keine Spur mehr von schmutzigen Tweets oder dreckigen Geschäften wie zum Beispiel antidemokratische Umsturz-Planspiele in dunklen Hinterzimmern des Weissen Hauses. Letzteres ist wieder weisser als weiss und erstrahlt geradezu in altem Glanz. Es herrscht Ordnung und Sauberkeit in Joe's Haus und er hat für vieles auch waschechte Lösungen auf den Tisch gelegt: etwa ein Konjunkturpaket mit 1.9 Billionen Dollar, 200 Millionen realisierte Impfungen und ein geplantes Investitionsprogramm für die marode Infrastruktur.
Ein grosser Schandfleck allerdings bleibt nach wie vor die Migrationspolitik, vor allem die ungelöste Zuwanderung aus Mittelamerika. Aber das übernimmt jetzt nicht etwa die Ariel-Waschmittelexpertin Klementine, sondern die Strahlefrau und Vizepräsidentin Kamala Harris, die da wohl bald mal kurz mit dem eisernen Besen sauber durchwischen wird.
Ein paar unschöne Flecken hat's dann aber auch noch in Meister Proper's Reinheft, die schwierig wegzumachen sind: das bald biblische Alter, die Stolperer auf den Flugzeugtreppen, die Versprecher vor den Mikrophonen und die chinamässig orchestrierten Pressekonferenzen ohne Antworten auf Fragen von nachbohrenden Journalisten.
Und aus seinem Exil in Florida randaliert und tobt derweil der Krawallbruder, Ex-Twitter-Hooligan, das politische Trumpeltier und Schreckgespenst aller Demokraten, der grosse Wahlverlierer und notorische Wahlschlappenleugner – the one and only Don Trump, der sich mit seinen Getreuen in seinem Golf-Resort Mar-a-Lagomio verschanzt und eingebunkert hat, sich an den vielen Löchern seines Golfplatzes und jenen in seinen Finanzen erfreut und zwischendurch aus allen Rohren gegen seinen Nachfolger schiesst und ihn mit möglichst viel Schlamm und Dreck bewirft. Wie originell: Ein waschechter Waschlappen mit ganz viel Dreck am Stecken.

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