Überall weniger Autos wegen Corona

Überall weniger Autos wegen Corona

Im Jahr 2020 wurden in der Schweiz 24 Prozent weniger Personenwagen zugelassen als im Vorjahr. Gleichzeitig sank der durchschnittliche pro Neuwagen ausgestossene CO2-Wert pro Kilometer – die Elektroautos sind der Grund.

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von Sandro Frei am 1.7.2021, 11:00 Uhr
Ein Vorgang, der letztes Jahr immer weniger über die Bühne ging. Der Kauf eines neuen Wagens. Quelle: Shutterstock
Ein Vorgang, der letztes Jahr immer weniger über die Bühne ging. Der Kauf eines neuen Wagens. Quelle: Shutterstock
Diese Zahlen sind der am 2.7.2021 erscheinenden Statistik zu den zugelassenen Neuwagen aus dem Jahr 2020 zu entnehmen. Der Bericht wird jedes Jahr vom Bundesamt für Energie herausgegeben. Gleichzeitig erhöhten sich die Vollzugskosten, die sich aus der CO2-Kompensationspflicht der Importeure ergeben. Diese werden fällig, wenn die gesamte Flotte mehr CO2 ausstösst, als es die Grenzwerte von derzeit 95 Gramm CO2 pro Kilometer vorsehen.

Weniger neue Benziner, mehr Elektrofahrzeuge

2020 wurden 238’000 Neuwagen erstmals in der Schweiz zum Verkehr zugelassen. Dies sind 24 Prozent weniger als das Jahr zuvor. Der CO2-Ausstoss betrug 123.6 Gramm CO2 pro Kilometer. Im Jahr zuvor betrug dieser Wert 138.1 Gramm. Der Rückgang ist vorwiegend auf die Zunahme von Elektrofahrzeugen zurückzuführen. Diese hätten sich endgültig durchgesetzt, ist dem Bericht zu entnehmen.
So ist der CO2-Ausstoss von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nicht gesunken. Durch die Zunahme an Elektromobilen ergab das dann die allgemeine Reduktion. So beträgt der Anteil an sogenannten «Steckerfahrzeugen»bei allen Autos 14.4 Prozent. Für die Zukunft spannend zu beobachten ist, ob dies der endgültige Durchbruch von Elektrofahrzeugen ist, oder nur eine Momentaufnahme.

Strasse gewinnt an Bedeutung

Damit man nicht mit anderen Leuten in Kontakt kommt, und so das Infektionsrisiko möglichst gering ausfällt, setzten viele im Jahr der weltweiten Pandemie auf ihr eigenes Gefährt. Dennoch nahmen auch die auf den Nationalstrassen zurückgelegten Kilometer ab – und zwar zu noch nie gesehenen 50 Prozent.
Dies ist nicht weiter erstaunlich, wenn sich das Land in einem Lockdown befindet. Da aber während den Höhepunkten der Pandemie, die Home Office-Pflicht herrschte, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegten Strecken mit 90 Prozent noch stärker abnahmen, stieg proportional betrachtet der Anteil der Strassenkilometer am Gesamtverkehr.

Über 132 Millionen Vollzugskosten für CO2-Kompensation

Im Jahr 2020 wurde der geltende Zielwert der Flotten von 130 Gramm CO2 pro Kilometer auf noch 95 Gramm reduziert. Obwohl die letztes Jahr in Verkehr gebrachten Fahrzeuge sprunghaft weniger CO2 ausstiessen, überstiegen sie die Zielwerte um mehr als 30 Gramm. Für diese Überschreitungen der Grenzwerte mussten die Importeure kumuliert rund 132.5 Millionen Franken bezahlen. Das Geld der Kompensationen fliesst in den Nationalstrassen- und Agglomerationsfonds, und bleibt somit bei den Autofahrern.
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Sandro Frei, 6.7.2021
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