Das ist passiert: Bundesrat Beat Jans findet unabhängige und freie Medien wichtig. Gleichzeitig plädiert er für eine staatliche Medienförderung. So war es seiner Rede vor dem Verlegerverband zu entnehmen.
- Er forderte den Verlegerverband auf, «es wie der Bauernverband» zu machen, der sich seit Jahren erfolgreich für staatliche Unterstützung einsetze.
- Jans moniert, dass sich immer weniger Menschen informieren. Denn: «Wenn immer weniger Menschen regelmässig klassische News konsumieren, fehlen Einnahmen», so Jans.
- Zudem kritisierte er «die dunklen Seiten des Internets, vor allem der Sozialen Medien», die mit «Fake News» und Desinformation die politische Debatte verzerren würden.
Der Löli-Faktor: Unabhängige Medien und direkte staatliche Förderung widersprechen sich. Wo Geld fliesst, fliesst zwangsläufig auch Einfluss.
- Dass ein Rückgang von Zeitungsabos auch damit zusammenhängen könnte, dass die Menschen mit dem Produkt nicht zufrieden sind, ist für Jans keine Option. Es geht Jans wohl nicht um Innovation – entsprechend kritisch äussert er sich zur künstlichen Intelligenz – sondern um den Erhalt der «klassischen» Medien und ihres Kartells.
- Besonders stossend ist sein Seitenhieb auf die sozialen Medien, konkret auf X, weil es sich eben um eine Plattform handelt, die keine staatlichen Gelder annimmt und sich nicht kontrollieren lässt. Gerade der freie Austausch von Informationen und Meinungen, wie er auf X stattfindet, garantiert aber den für eine freiheitliche Demokratie unverzichtbaren Wettbewerb der Ideen, den die «klassischen» Medien nicht in gleichem Masse bieten können.
- Auch sein Vorwurf der «Fake News» in den Social Media kommt rund acht Jahre zu spät. In der Zwischenzeit hat X einen effektiven, von der Community getriebenen Faktencheck-Mechanismus entwickelt, der sich als so erfolgreich erwiesen hat, dass ihn nun auch der viel grössere Meta-Konzern (vgl. Facebook, Instagram, Whatsapp) in seinen Netzwerken implementiert.
Wie er es wieder gut machen kann: Wenn Beat Jans tatsächlich das Wohl der Medienlandschaft und der Demokratie im Blick hat, sollte er weniger auf staatliche Förderung und Regulierung setzen, sondern vielmehr darauf, die Rahmenbedingungen für Innovation und Qualität zu verbessern. Zudem wäre eine stärkere Förderung von Medienkompetenz in der Bevölkerung ein nachhaltiger Weg, um das Vertrauen in seriöse Berichterstattung zu stärken. Letztlich sollten Politik und Medien gemeinsam an einem Strang ziehen, um eine vielfältige und unabhängige Informationslandschaft zu gewährleisten – ohne dabei die Grenzen von Freiheit und Einfluss zu verwischen.


