Stülpdeckel for future

Stülpdeckel for future

Coop will uns zu besseren Konsumenten erziehen. Nach kostenpflichtigen Plastiksäcken und Einweggeschirr muss man neu auch für Joghurtdeckel zahlen.

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von Beni Frenkel am 3.5.2021, 08:00 Uhr
Mehrwegstülpdeckel von Coop Bild: Beni Frenkel
Mehrwegstülpdeckel von Coop Bild: Beni Frenkel
Zu den grössten Schicksalsschlägen im Alltag zählen geplatzte Joghurtbecher. Wir alle haben in Physik das 4. Axiom von Newton auswendig lernen müssen: Die grossen Becher fallen vor allem am Morgen auf den Boden. Zum Glück schützt ein zusätzlicher Plastikdeckel, ein sogenannter Stülpdeckel, dass die Küche nicht grossräumig abgesperrt werden muss.
Der Plastikdeckel gehörte bei Coop bis diesen März zum Joghurtbecher dazu. Der Detailhändler verlangt für den Mehrwegstülpdeckel nun Geld. Er kostet nicht 10 Rappen, sondern gleich Fr. 1.20 und trägt den Namen «Reuse-me».
69 Tonnen an Plastik würde man damit jährlich sparen, schreibt Coop auf Anfrage. Und man sei «grundsätzlich interessiert an innovativen, neuen Ideen im Bereich Nachhaltigkeit».
Auf dieses Stichwort habe ich gewartet. Meine Vorschläge: Leider gibt es immer noch keine wiederverwendbaren Deckel für Coca-Cola-Flaschen oder Folien für französischen Superweichkäse. Und Reuse-me-Kondome fand ich auch noch keine in den Coop-Regalen.
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