Corona-Aufarbeitung: wir brauchen jetzt einen Runden Tisch!

Corona-Aufarbeitung: wir brauchen jetzt einen Runden Tisch!

Die Pandemie ist vorbei, jetzt beginnt die Aufarbeitung. Künstler, Wissenschaftler und Medienmacher vernetzen sich und fordern: #allesaufdenTisch.

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von Milosz Matuschek am 10.10.2021, 07:56 Uhr
Foto: Enno Kapitza
Foto: Enno Kapitza
Kommt ein Mann zum Arzt: «Herr Doktor, wir haben ein Problem, mein Bruder denkt, er sei ein Huhn». Darauf der Arzt: «Gar kein Problem, geben Sie ihm diese Pille, das sollte das Problem lösen». Darauf der Mann: «Herr Doktor, Sie verstehen nicht…wir brauchen doch die Eier!»
Gibt dieser von Woody Allen kolportierte Witz nicht ganz gut die Lage des Corona-Narrativs wieder? Corona muss als Narrativ durch die Politik aufrecht erhalten bleiben, egal wie viel geimpft wird, egal wie stark die Zahlen sinken und egal wie viele Länder, zum Beispiel Dänemark, Schweden und die Niederlande, jetzt alles öffnen. Und vor allem: egal, wie unlogisch die Massnahmen inzwischen sind. Denn es gibt zu viele, die die Eier brauchen, von der Politik, über die Medien hin zur Pharmaindustrie.
Es gibt zu viele Pandemie-Profiteure.
Die Pandemie ist längst politisch, wenn sie es nicht schon immer war. Medizinisch ist die Lage absolut im Griff, sie war nie ausser Kontrolle. Doch die Politik und ein Grossteil der Medien brauchen die Panik-Nachrichten des am Anschlag befindlichen Gesundheitssystems. Impfzentren im Nu aus dem Nichts stampfen, ja das konnten alle Staaten. Aber Intensivbetten aufstocken: Huch, nein, da war man ja gänzlich überfordert.

Die Schweiz, wo es die schönste Landschaft, die beste Lebensqualität und die höchsten Gehälter der Welt gibt, noch dazu eine gute Dichte von Leuten mit Erfindergeist und Grips, soll nicht in der Lage sein, mehr als 850 Intensivbetten hinzukriegen?


Kein Politiker hat sich die Erhöhung der Anzahl der Intensivbetten zur ernsthaften Aufgabe gemacht, als wäre diese in Stein gemeisselt und könnte allenfalls reduziert, nie aber erhöht werden. Der High-End-Staat der Welt, die Schweiz, wo es die schönste Landschaft, die beste Lebensqualität und die höchsten Gehälter der Welt gibt, noch dazu eine gute Dichte von Leuten mit Erfindergeist und Grips, soll nicht in der Lage sein, mehr als 850 Intensivbetten hinzukriegen? Offenbar ist bei Gesundheitsminister Alain Berset nicht nur die Vorstellungskraft und Denkkapazität bei dieser magischen Zahl gedeckelt. Er verzwergt die Schweiz zu einer Art Bergdeutschland, wo man ebenso kleinkariert und eindimensional denkt.
Sagen wir es, wie es ist: Die Politik hat ein Notstandsszenario fabriziert. Und die Medien haben den fabrizierten Konsens dazu geliefert, mit einer kolossalen, alle Grenzen sprengenden Einseitigkeit. Das war und ist grob unverhältnismäßig. Die Politik hat nicht den Weg des mildesten Mittels gewählt, was den Eingriff in Grundrechte angeht. Dazu ist sie aber von Verfassung wegen verpflichtet, so will es das Prinzip der Verhältnismässigkeit, das im Rechtsstaatsprinzip verortet ist, eine der tragenden Säulen aller Verfassungsordnungen der westlichen Welt.

In der Kantine des SRF sollen Ungeimpfte nun von Geimpften abgetrennt werden. Wozu braucht es diese Ghettoisierung der Ungeimpften, wenn die Geimpften doch so gut geschützt sind?


Stattdessen quält man die überwiegend gesunde und nicht gefährdete Bevölkerung mit Masken, Lockdowns, Zertifikaten und Impf-Apartheid. In der Kantine des SRF sollen Ungeimpfte nun von Geimpften abgetrennt werden. Wozu braucht es diese Ghettoisierung der Ungeimpften, wenn die Geimpften doch so gut geschützt sind? Fragen Sie nicht, denn die Logik führt im Totalitarismus nirgendwo hin, ausser zur Erkenntnis: Erst wenn es keinen Sinn macht, macht es Sinn. Erst wenn sich das logische Denken der unsinnigen Regel unterwirft, ist das Ziel des kollektiven Gehorsams erreicht.
Dann geht noch mehr.
Man musste kein Genie sein, um zu erkennen, dass ganz gewaltig etwas faul war an den ständig wechselnden Corona-Narrativen. Inzwischen müssen in Sachen Impfung die Geschützten vor den Ungeschützten geschützt werden, indem man letzteren einen «Schutz» (aber nur mit Ablaufdatum!) aufzwingt, der die Geschützten schon nicht geschützt hat, weshalb letztere aber nun regelmässig zur Auffrischung des Impf-Abonnements bestellt werden müssen.
Und um diese Idiotie auch noch zu überprüfen, gibt es jetzt ein hochoffizielles Zertifikat, um dem Wahnsinn noch die Corona des QR-Codes aufzusetzen. Jetzt darf bei 2 G (auch schon in der Schweiz im Gespräch) vielerorts also ein Geimpfter ins Restaurant oder ins Konzert, auch wenn er erkrankt und infektiös ist; ein selbst per negativem Test als Gesunder Ausgewiesener jedoch nicht mehr. Das zeigt überdeutlich: Es geht nicht um Gesundheitsschutz. Es geht um die Impfung und um Zertifikate, letztlich um Kontrolle. Corona ist eine Daumenschraube der Politik gegenüber der Bevölkerung.
Immer mehr Menschen dämmert jetzt, dass die ewige Vertröstung von AHA auf 3G, 2G, 1G (und bald Gesundheits-ID?) nicht mehr aufhören wird, wenn jetzt nicht etwas passiert. Die Agenda-Treiber klammern sich immer noch an die offizielle Erzählung einer Notstandslage, um der längst überfälligen Aufarbeitung der Fehler und Grundrechtsverletzungen zu entgehen. Und sie werden es noch lange tun, wenn man ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht. Das Pendel der Geschichte schwingt immer auch zurück. Und die Sichel des Chronos ist scharf, notierte Ernst Jünger mal in seinem «Waldgang», einem kleinen Vademecum für den Widerständler, der in allen aufrechten Demokraten stecken sollte, wenn diese der Ansicht sind, dass der Staat um ihrer Willen da ist und nicht sie um des Staates Willen.
Gerade stehen in Deutschland erneut Künstler und Schauspieler auf, die bereits mit der Aktion #allesdichtmachen für Furore gesorgt hatten. Unter dem Motto #allesaufdentisch fordern sie in Video-Gesprächen mit bislang in den Mainstream-Medien wenig gehörten Experten einen ständigen Runden Tisch, um das Versagen von Politik und Medien gründlich aufzuarbeiten. Fast 20 000 Menschen haben bereits eine Petition dafür unterzeichnet. Die Leerstellen sind eben zu offensichtlich, das Schweigen ist zu dröhnend, die künstlich gezogenen Gräben zu undemokratisch. Neben bekannten Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring und Volker Bruch («Babylon Berlin») sowie dem Regisseur Dietrich Brüggemann (aktuell mit «Nö» in den Kinos) ist mit Kristina Schröder auch eine ehemalige deutsche Bundesministerin mit dabei.
Das Signal ist deutlich: Wenn Politik und Medien die Debattenräume schliessen, eröffnen Bürger eben selbst welche. Niemand ist heute mehr auf überkommene Strukturen angewiesen, die ihren Job nicht richtig machen. Wenn das Alte nicht mehr trägt, muss man an neuen Strukturen bauen. Die Aktion ist deshalb auch ein Statement in Sachen Selbstbewusstsein, die von der Erkenntnis getragen ist: Wir haben das Publikum und die Möglichkeiten, dieses ohne Gatekeeper und Mittelsmänner zu erreichen. Warum tun wir es nicht einfach? Die Grundlage der Demokratie ist der Dialog. Diese Grundlage nehmen wir jetzt selbst in die Hand, denn die wichtigsten, wertvollsten Dinge sollte man eben nie delegieren. Man sieht ja jetzt, wozu das führt. Im Fall von Corona: zu einer muffigen Monotonie im Debattenraum, die an die sklerotische Schlussphase der DDR erinnert.
All das wissen die Schweizer schon seit je besser als der Rest der Welt. Die Schweiz hat kein Verfassungsgericht. Das wurde ihr von manchen lange als kleiner Makel ausgelegt. Jetzt zeigt sich: Es ist ein Standortvorteil. Denn während Verfassungsgerichte weltweit mehr oder weniger im Tiefschlaf vor sich hindämmern, wacht in der Schweiz die einzig wahre, letzte Instanz im Staate auf: der freie Bürger. Auch die Erkämpfung der Freiheit kann nie delegiert werden. Freiheit wird durch eigenes Nichtstun verloren und durch eigenes Zutun gewonnen.
Am Ende ist die individuelle Freiheit immer so gross, wie der Wille dazu.
Die nächste Welle ist die Welle der unbedingt Freiheitswilligen.

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