Reto Nause: «Die Flüchtlinge werden länger bleiben», Feusi Fédéral, Ep. 47

Der Berner Sicherheitsdirektor über die Flüchtlinge aus der Ukraine, wie Bern die Menschen unterbringt und integriert und was dies für die innere Sicherheit der Schweiz bedeuten könnte.

image 25. März 2022, 19:17


«Es ist eine herausfordernde Situation», sagt Reto Nause. «Wir müssen ungefähr ein ganzes Stadtquartier neu in Bern unterbringen.» Man überlege sich, eine Containerstadt aufzustellen.

«Grösste Flüchtlingswelle»

Die meisten Flüchtlinge hätten nur das Nötigste dabei. Es mache ihn betroffen, diese Schicksale zu sehen. «Es ist die grösste Flüchtlingswelle seit dem Zweiten Weltkrieg.» Nause geht davon aus, dass die Flüchtlinge länger in der Schweiz bleiben werden, weil in der Ukraine die Infrastruktur und ganze Städte zerstört seien.

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Sorgen macht dem Mitte-Politiker, was dies für die innere Sicherheit bedeuten könnte. Die mehrheitlichen Frauen seien in Gefahr, ausgenutzt und missbraucht zu werden. «Wenn wir heute Betriebe kontrollieren, dann arbeiten da Leute ohne geltende Aufenthaltsbewilligung, ohne Arbeitsverträge.» Nause befürchtet, dass dies zunehmen könnte. Probleme befürchtet er auch bei der Prostitution oder im Schlepperwesen. Es brauche oft zwei oder drei Verzeigungen bis die Leute wirklich bestraft würden. «Die Schweiz ist das Land mit der geringsten Polizeidichte.»

300 Demos in der Corona-Pandemie

Nause stand während der Pandemie immer wieder im Scheinwerferlicht. «2021 haben rund 300 Demonstrationen stattgefunden, fast jeden Tag eine.» Das sei eine riesige Belastung für die Stadt gewesen. Die meisten der Demos seien nicht bewilligt gewesen, weshalb man auch keine Absprachen mit Organisatoren habe treffen können. Nause erzählt, wie er persönlich angegangen und bedroht worden sei. «Ein Dialog mit diesen Leuten war nicht mehr möglich.» Geholfen habe, dass man über die Massnahmen abstimmen konnte.

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