Replik: Die Nutzung von Energieholz ist sinnvoll

Replik: Die Nutzung von Energieholz ist sinnvoll

image
von Andreas Keel am 25.5.2021, 11:40 Uhr
image
  • Energiewende
  • Holz
  • Klima
  • Wirtschaft
  • Kommentare
  • Energie

Eine Entgegnung zu den Artikeln «Der Schwindel mit der Holzverbrennung» von Alex Reichmuth

Unter dem Titel «Der Schwindel mit der Holzverbrennung» versucht Alex Reichmuth am 17. Mai 2021 darzulegen, dass die Nutzung der Holzenergie nicht CO2-neutral ist. Was Reichmuth schreibt, mag vielleicht für den einzelnen Baum zutreffen. Wenn wir als Systemgrenze aber den ganzen Schweizer Wald betrachten, sieht die Situation anders aus.
Das lässt sich anhand einiger einfacher Zahlen zeigen. Zurzeit stehen im Schweizer Wald rund 430 Millionen Kubikmeter Holz. Jedes Jahr wachsen 10 Millionen Kubikmeter nach. Das Waldgesetz schreibt vor, dass wir jedes Jahr maximal diese Menge nutzen dürfen (effektiv wird seit Jahren weniger genutzt). Das heisst, das System Wald erreicht spätestens nach einem Jahr die CO2-Parität. Mit dem Energieholz ersetzen wir fossile Energien, deren CO2-Parität 100 Millionen Jahre oder noch mehr beträgt.

Höherer Holzzuwachs in bewirtschaftetem Wald

Energieholznutzung und CO2-Speicherung im Wald sind keine Gegensätze. Im Gegenteil. 1990 nutzten wir in der Schweiz jedes Jahr 3,2 Millionen Kubikmeter Energieholz. 2019 waren es 5,3 Millionen Kubikmeter. Im gleichen Zeitraum ist der Holzvorrat im Schweizer Wald von 382 auf 430 Millionen Kubikmeter angestiegen. Mit einem Verzicht auf die Energieholznutzung schaffen wir einerseits im Wald für unsere Kinder und Enkelkinder eine zukünftige CO2-Quelle. Andererseits vergeben wir uns leichtsinnig die Chance, jetzt sofort fossile Energien zu ersetzen, welche CO2 ausstossen, das vor Millionen vor Jahren gebildet wurde und mindestens ebenso lange braucht, um - wenn überhaupt - wieder gebunden zu werden.
Zudem besteht ein signifikanter Unterschied zwischen einem bewirtschafteten und einem nicht bewirtschafteten Wald in der Zuwachsleistung. Ein bewirtschafteter Wald weist einen höheren Holzzuwachs auf, vermag deshalb mehr Kohlenstoff zu binden und leistet so einen grösseren Beitrag an den Klimaschutz als ein nicht bewirtschafteter Wald.
Andreas Keel, Holzenergie Schweiz
Ähnliche Themen