Realsatire bei der FDP: Gegner des Co2-Gesetzes werden zu Befürwortern gemacht

Realsatire bei der FDP: Gegner des Co2-Gesetzes werden zu Befürwortern gemacht

Ausgerechnet der Freisinnige Alain Schwald wirbt im Internet für die Annahme des Gesetzes – dabei führt er das Lager der Gegner an.

image
von Serkan Abrecht am 5.5.2021, 15:14 Uhr
image
Auf Facebook strahlt einen Alain Schwald an. Er ist Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Zürich und er führt das Lager der Gegner des Co2-Gesetzes an, über das im Juni an der Urne abgestimmt wird. Alain Schwald verkündet da dem Social-Media-Nutzer: «Hören wir auf unsere Basis und fordern liberale Klimaschutzmassnahmen, welche auch etwas bringen.» Und deshalb sagt Alain Schwald «Ja» zum Co2-Gesetz.
Das Inserat wurde von der FDP Schweiz geschaltet und sie hat auch dafür bezahlt. Hat Alain Schwald das Lager gewechselt? «Nein», sagt er am Telefon und lacht laut auf. Die FDP habe ihre Mitglieder gebeten ein Testimonial für den Abstimmungskampf zu schreiben. «Das habe ich auch brav gemacht und natürlich eines aus der Sicht der Gegner-Seite geschrieben. Das hat man scheinbar bei den Befürwortern nicht bemerkt.»


Ja, da sei jemandem ein Fehler unterlaufen, sagt der Freisinnige Kampagnenleiter Marcel Schuler vom Lager der Befürworter. Alles scheint so, dass es Streich von Schwald gewesen war, auf den die FDP prompt hereingefallen ist. Auch andere FDP-Mitglieder des Gegnerlager sind gemäss den Informationen des Nebelspalters für ein Testimonial angeschrieben worden.
Die FDP ist beim Co2-Gesetz stark gespalten, die Delegiertenversammlung der Freisinnigen sprach sich deutlich dafür aus. Eine kürzlich erschienene Umfrage vom Tamedia hat aber gezeigt, dass die FDP-Basis deutlich gegen das Gesetz ist (der Nebelspalter berichtete).
Nachtrag von 1915 Uhr:
Das gleiche Missgeschick passierte der FDP-Kampagne mit einem anderen Gegner der Vorlage, nämlich mit Nicolas Rimoldi:
image

Mehr von diesem Autor

image

Sicherheitspolitik: Eine neue Lobby entsteht

Ähnliche Themen