Rallyesport als Berufung und Techniktreiber

Rallyesport als Berufung und Techniktreiber

Fast schon vergessen; Mitsubishi zelebrierte im Rallye-Motorsport nicht nur einige Erfolge, sondern fuhr dauerhaft Siege ein. Einerseits mit dem legendären «EVO», andererseits mit dem Pajero an der Rallye Dakar.

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von Jürg Wick am 11.10.2021, 12:16 Uhr
Ein EVO im sauberen Drift an der Rallye Monte Carlo 2001.
Ein EVO im sauberen Drift an der Rallye Monte Carlo 2001.
Wenn es um motorsportliches Engagement geht, argumentiert jeder Autohersteller damit, den technischen Fortschritt vorantreiben zu wollen. Das passt auch zu Mitsubishi. Aber die Japaner haben zwei Rallye-Klassen länger dominiert, als es für die Imagepolierung nötig gewesen wäre. Jedoch zeigt es sich eben – wie beim Sponsoring -; einmal damit aufgehört, schnell vergessen.
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Der Pajero wühlte sich lange Jahre an der Spitze der Dakar-Rallye durch die Wüste.
Anfänge in den 60ern
Das motorsportliche Engagement von Mitsubishi begann bereits in den 60er Jahren, wurde aber erst in den 70ern mit den Gesamtsiegen von Joginder Sing an der berühmt-berüchtigten East African Safari 1974 und 1976 weltweit zur Kenntnis genommen. Danach verbuchte Mitsubishi 1982 einen ersten Rallye-Etappensieg in Europa auf Lancer Turbo. Zahlreiche Trophäen mit der Limousine verblassten allerdings ab den 80er Jahren hinter der Triumph-Serie des Pajero, welche mit dem Geländewagen an der einzigartigen Wüsten-Rallye Dakar über Jahre eingefahren worden sind. Zuerst staunte die Welt darüber, dass Mitsubishi mit einem neuen und absolut serienmässigen Pajero seine Kategorie auf den ersten drei Rängen abschliessen konnte. Beim dritten Einsatz 1985 sprang für Patrick Zanirli/Andrew Cowan der erste Gesamtsieg an der «Dakar» heraus. Danach galt es Erfahrungen im professioneller werdenden Sport umzusetzen, die Konkurrenz schläft ja nicht. Von 2001 bis 2007 war Mitsubishi an der Dakar unschlagbar und mit insgesamt 12 Siegen bleibt die Marke einsam an der Spitze. Die 90er Jahre wurden auch in der Rallye-Weltmeisterschaft zu einem Erfolgsjahrzehnt.
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Die Rallye Paris-Dakor bot stets spektakuläre Bilder und Landschaftszenen.
Seriensieger
Mit dem Lancer Evolution III gelang den Japanern 1995 der Durchbruch und ein Jahr später wurde Tommi Mäkinen zum grossen Triumphator: Siege in Schweden, bei der Safari-Rallye, in Argentinien, Finnland und Australien sicherten ihm die Weltmeisterschaft und der Marke mit den drei Diamanten den zweiten Rang in der Markenwertung. In den Folgejahren 1997, 98 und 99, wurde Mäkinen im viertürigen Lancer Evolution mit Allradantrieb Weltmeister und 1997 sowie 98 gewann Mitsubishi gleichzeitig die Markenwertung. Nie zuvor hatte es ein Fahrer bisher geschafft, einen Rallye-WM-Titel viermal in Folge zu gewinnen. Danach zogen sich die Japaner sukzessive aus dem PW-Rallye-Sport zurück und nach total 12 Siegen an der Paris-Dakar und deren Absage 2008 sowie der darauf folgenden Verlagerung nach Südamerika, auch vom Wüstenevent.
Neustart elektrisch
2012 kehrte Mitsubishi mit einem neuen Projekt auf die Rennstrecke zurück und wählte ausgerechnet das legendäre, 1916 erstmals ausgetragene Bergrennen am Pikes Peak: Start auf 2862 m.ü.M., Zielflagge nach 20 Kilometern und 156 Kurven auf 4301 Metern, also 177 Meter unterhalb der Spitze des Matterhorns. Als Wettbewerbs-Autos dienten den Japanern ein auf dem serienmässigen Elektrofahrzeug i-MiEV basierender Prototyp sowie ein Serienfahrzeug mit Heckantrieb. Dakar-Sieger Hiroshi Masouko überraschte beim Elektrodebüt mit dem Prototyp mit Rang zwei in der Elektrodivision und fuhr 2013 mit einem verbesserten Auto erneut auf den zweiten Platz, was Rang 13 in der Gesamtwertung inmitten leistungsfähiger Rennfahrzeuge mit Verbrennungsmotor bedeutete. Teamkollege Greg Tracy komplettierte das Elektropodest mit Rang drei – ein neuer Meilenstein in der Geschichte von Mitsubishi und ein grosser Erfolg für die neue Kompetenz in der nun aufkommenden Elektromobilität.
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Den EVO konnte man kaufen und im Alltag problemlos nutzen.

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