Nina Christen: «Schiessen ist eine Frage der Disziplin»

Nina Christen: «Schiessen ist eine Frage der Disziplin»

Erst 27 Jahre alt und schon eine Meisterin, die es allen in der Welt gezeigt hat: Nina Christen, das Schützinnen-Wunder der Schweiz. An den olympischen Spielen in Tokio gewann sie Gold und Bronze, die erstere im Kleinkaliber-Dreistellungskampf


An den olympischen Spielen in Tokio gewann sie Gold und Bronze, die erstere im Kleinkaliber-Dreistellungskampf, die letztere im 10 m-Luftgewehr-Schiessen. Selbstverständlich hat Markus Somm keine Ahnung von diesen Disziplinen, geschweige denn, dass er ein guter Schütze wäre, das letzte Mal hat er regelmässig im Militär geschossen – ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen.Was macht die gute Schützin aus? Nina Christen erklärt im Detail, worauf es ankommt: Im Grunde ist Schiessen ein Konzentrationssport, eine mentale Sache, ein Marathon des Hirnes. Sich ganz genau auf etwas zu fokussieren, durchzuhalten, nicht von links, nicht von rechts sich ablenken zu lassen, die ruhige Hand, der Atem, so stetig, wie es eine schlafende Katze nicht zustande brächte. Selten hat Somm eine junge Frau kennengelernt, die so zielstrebig, intelligent und selbstkritisch zugleich ihre internationale Karriere vorangetrieben hat. In Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden aufgewachsen, hat sie schon in jungen Jahren den Schiessstand entdeckt – nun reden die Japaner von ihr.Ein Gespräch über das Geheimnis des guten Schusses, über die schweizerischen Traditionen und die Frage, wie man weitermacht, wenn man doch schon so viel erreicht hat.

September 22, 2021

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