Nebenfolge der Corona-Massnahmen: Mehr Frauenmorde, mehr getötete Kinder, mehr Suizidversuche

Nebenfolge der Corona-Massnahmen: Mehr Frauenmorde, mehr getötete Kinder, mehr Suizidversuche

Der Gesundheitsökonom Konstantin Beck hat letztes Jahr ein viel diskutiertes Buch über Corona geschrieben. Nun arbeitet er an einer zweiten Fassung. Mit neuen, interessanten Erkenntnissen.

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von Sebastian Briellmann am 16.4.2021, 07:44 Uhr
Gewalt an Frauen und Kinder nimmt zu. Symbolbild: Shutterstock
Gewalt an Frauen und Kinder nimmt zu. Symbolbild: Shutterstock
Konstantin Beck, Gesundheitsökonom an der Universität Luzern, ist einer der bekanntesten Kritiker der Schweizer Corona-Bekämpfungs-Strategie. Der Blick auf seine Arbeit lohnt sich: Seine Berechnungen haben beispielsweise ergeben, dass die Lebenserwartung der in der ersten Welle Verstorbenen 65- bis 80-Jährigen noch etwa ein Vierteljahr betragen hat (Lesen Sie hier unsere Recherche zur Kritik an der Taskforce).
Darüber hat Beck mit seinem Kollegen Werner Widmer bereits im letzten Jahr ein viel diskutiertes Buch herausgegeben. Nun arbeitet er an einer zweiten Fassung. Die Befunde sind eindrücklich: 2020 habe es im November und Dezember eine «Über-Übersterblichkeit» bei den über 65-Jährigen gegeben, sagt Beck: «Rund 30 Prozent der überdurchschnittlich Verstorbenen starben nicht wegen Corona. Es geht hier um mehr als 2000 Personen.»
Ob diese Menschen Opfer der Pandemie-Massnahmen geworden sind, könne er nicht endgültig beweisen, sagt Beck, «dafür sind die Daten nicht gut genug. Aber es gibt eine wachsende und beunruhigende Evidenz.

«Isolationsfolter»

Zunächst ist keine andere Krankheit bekannt, die diese Übersterblichkeit erklären könnte.» Er habe, sagt Beck, jedoch viele Quellen aus Alters- und Pflegeheimen, die seine Ansichten stützten. In diesen Institutionen sei bei ungewohnten vielen Bewohner ein plötzlicher «Verlust des Lebenswillens» erkennbar gewesen, der zum Tod führte. Beck hat über die Zustände in den Heimen schon früher gesagt: «Im Strafvollzug nannte man das früher ‹Isolationsfolter›. Heute heisst das ‹Schutz der Vulnerablen›.»
Das ist laut Beck noch nicht alles. Es komme 2021 zu mehr Frauenmorden. Darüber hat «20 Minuten» schon vor Wochen berichtet. Beck sagt, er habe während seiner Recherchen auch festgestellt, dass Suizid-Prävention deutlich mehr nachgefragt worden sei. Viele Medienberichte über Institutionen wie zum Beispiel die Dargebotene Hand bestätigen das. Beck sagt: «Leider ist die Suizid-Statistik noch nicht veröffentlicht worden – der Verdacht liegt nahe, dass diese etwas unter dem Deckel gehalten wird. Allerdings meldete die Tagesschau jüngst, dass sich die Suizidversuche Jugendlicher im letzten Jahr gegenüber 2019 verdoppelt und in diesem Jahr vervierfacht haben.»

Die Mär der geretteten Lebensjahre

Eine klare Sprache sprechen laut Beck auch die Zahlen des Bundesamts für Statistik. Kinder sind besonders von Gewalt betroffen. Beck erklärt: «Aus der ersten Welle wissen wir statistisch hieb- und stichfest: Die mit Corona Verstorbenen haben im Schnitt weniger als vier Monate Lebenszeit verloren. Gleichzeitig starben in der Schweiz zehn Kinder an häuslicher Gewalt, so viel wie noch nie seit Beginn der Messung.»
Die Übersterblichkeit bei diesen Gewaltopfern betrug 5,8 Opfer – was 450 verlorenen Lebensjahren entspricht. Beck sagt: «Diesen wenigen Kindern raubte man gleich viel Lebenszeit wie man bei 1'350 Corona-Opfern über 65 Jahren im günstigsten Fall hätte gewinnen können, nämlich je ein Drittel Jahr. Darüber müssten wir viel mehr sprechen.»
Dass dies nicht geschieht, liegt laut Beck daran, dass immer noch versucht werde, «die Mär von den vielen geretteten Lebensjahren aufrecht zu erhalten», sagt Beck, hielten daran fest. (Lesen Sie hier unsere Geschichte zur Untersterblichkeit)
Er stört sich etwa an einem Beitrag im «Schweizer Fernsehen, in dem die Pathologin Kirsten Mertz sagt, dass «Ältere im Einzelfall noch zehn und mehr Jahre, die die Patienten wahrscheinlich länger gelebt hätten.» Beck frag rhetorisch: Soll das nun «in jedem einzelnen Fall», oder «im Normalfall» heissen?
Beides sei schlicht unwahr, sagt Beck, denn gemäss Bundesamt für Statistik haben auch gesunde Personen ab 80 keine zehn Jahre Restlebenserwartung mehr, geschweige denn solche mit Vorerkrankungen. Und in diese Gruppe fällt die grosse Mehrheit der Corona-Todesfälle.
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