Debatte

Nebelspalter Lunch mit Camille Lothe und Dominik Feusi #8

In der letzten Folge des Jahres diskutieren Camille Lothe und Dominik Feusi über die Bedeutung der Departementsverteilung, den EU-Korruptionsvorwurf und die Corona-Strafanzeige gegen Bundesrat Alain Berset. Maria-Rahel Cano führt – wie immer sympathisch und erfrischend – durch die Sendung.

image 13. Dezember 2022, 14:15
Video ab 0:53
Für die SP-Parteileitung ist die Departementsverteilung eine Machtdemonstration der bürgerlichen Parteien. Die Frage ist: Wird dadurch die Zusammenarbeit der FDP und SVP gestärkt? Wirtschaftsredaktorin Camille Lothe befürchtet ein Einknicken der Parteien. Die Medien befeuern zusätzlich das Märchen des bürgerlichen «Machtkartells». Dominik Feusi blickt positiv auf die zukünftige Zusammenarbeit. Für eine erneute Kandidatur von Daniel Jositsch sieht es dagegen schlecht aus.
Der Einfluss der Macht spielt auch bei den Korruptionsvorwürfen im EU-Parlament eine wesentliche Rolle. Die Vizepräsidentin Eva Kaili soll Gelder aus Katar entgegengenommen haben. Vier weitere Verdächtige sollen sich der «bandenmässigen Korruption und Geldwäsche» schuldig gemacht haben. Für Camille Lothe hat die Geschichte einen ironischen Aspekt: Unter den Verdächtigen sind Personen von linken NGOs, Gewerkschaftsvertretern und Sozialdemokraten. Es ist gerade diese Ecke, die sich bei den Vorwürfen gegen Katar besonders aufgedrängt haben.
Bundesrat Alain Berset wurde wegen seiner Corona-Politik angezeigt. Die Frage ist: Wie gross ist der Schaden für den Gesundheitsminister? Bundeshausredaktor Dominik Feusi rechnet der Anzeige nur wenig Chancen ein. Doch sein schlechtes Wahlresultat zum Bundespräsidenten zeigt: Die Tage von Alain Berset sind gezählt.


Zur Autorin: Camille Lothe ist Wirtschaftsredaktorin beim Nebelspalter und Präsidentin der SVP Stadt Zürich.

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