Nach Mohren-Verbannung: Muss jetzt die Möhrlistrasse auch weg?

Nach Mohren-Verbannung: Muss jetzt die Möhrlistrasse auch weg?

Zwei Zürcher Gemeinderäte werfen der Stadtregierung vor, ihre Anti-Mohr-Politik sei unvollständig: sie habe die Möhrlistrasse vergessen!

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von Martin A. Senn am 14.4.2021, 18:00 Uhr
"Wie weiter mit der Möhrlistrasse?" fragen Susanne Brunner und Stefan Urech den Stadtrat.
"Wie weiter mit der Möhrlistrasse?" fragen Susanne Brunner und Stefan Urech den Stadtrat.
In ihrer Interpellation bemängeln Susanne Brunner und Stefan Urech (beide SVP), dass der Bericht der zuständigen Projektgruppe des Stadtrats zwar die Entfernung der Haus-Bezeichnungen der städtischen Liegenschaften «Mohrenkopf», «Mohrentanz» und «Kleiner Mohr» vorsehe. Keine Beachtung schenke der Bericht hingegen der Möhrlistrasse im Kreis 6 und auch der Familienname Mohr werde übergangen bzw. falsch verstanden.
Angesichts des Unmuts in der Bevölkerung über die unterschiedliche Behandlung dieser existenziellen Fragen bitten Brunner und Urech den Stadtrat um die Beantwortung mehrerer Fragen. Namentlich wollen sie wissen, wie er mit dem Familiennamen Mohr (Möhr, Möhrle, Möhrlen, Moor) zu verfahren gedenke: «Werden diese Menschen weiterhin in der Stadt Zürich geduldet oder wird ihnen eine Namensänderung nahegelegt? Werden sie die Beschriftung ihrer Briefkästen und Türklingeln verändern müssen?» Auch über das Vorgehen in Sachen Möhrlistrasse im Kreis 6 verlangen sie Auskunft. «Möhrlistrasse» komme auch von «Mohr» und habe nichts mit einem «kleinen Moor» zu tun, wie gelegentlich behauptet werde.
Widmen müsse sich der Stadtrat sodann dem eben erst eröffneten «Negrelli-Steg», fordern Brunner und Urech. Der Familienname Negrelli gehe bekanntlich auf das Italienische «negri», deutsch: schwarz, zurück. Deshalb laden sie den Stadtrat ein, sich auch dem Problem der in Zürich wohnhaften Personen mit dem Familiennamen Negri anzunehmen.
Schliesslich wollen sie von der Stadtregierung wissen, weshalb sie sich nicht eingehender mit der Herkunft des Familiennamens Mohr befasst habe. Dabei legen sie eine historische Version dar, die wir in der nötigen Kürze nicht nachprüfen konnten. Allenfalls müsste die Frage von dem zu schaffenden Lehrstuhl für angewandte Mohrologie an der Universität Zürich untersucht werden.

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