Nach der Pannenserie der Swisscom: Umfangreiches Rebranding der Marke geplant.

Nach der Pannenserie der Swisscom: Umfangreiches Rebranding der Marke geplant.

Den Forderungen aus der Politik nach einer schonungslosen Krisenbewältigung sind die Verantwortlichen der Swisscom nachgekommen und haben unverzüglich erste Massnahmen eingeleitet, die derartige Pannen und vor allem einen PR-Super-GAU in Zukunft verhindern sollen.

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von Claude Catsky am 15.7.2021, 07:00 Uhr
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Im Rekordtempo wurde eine externe Taskforce mit 250 der renommiertesten Kommunikations- und Marketingexperten eingesetzt, die ihre Arbeit unter Hochdruck aufgenommen hat. Erste vielversprechende Ergebnisse liegen dem «Nebelspalter» bereits vor! Exklusiv veröffentlichen wir hier die unter Verschluss gehaltenen kreativen Vorschläge für den Relaunch des Rebrandings, welche die Swisscom-Taskforce in unzähligen Brainstormings, Gruppendiskussionen und Krisensitzungen ausgearbeitet hat. Es soll sich hierbei wohlgemerkt um «work in progress» handeln, wie aus gutinformierten Kreisen aus dem Umfeld der Swisscom verlautete. Wir möchten betonen, dass uns die Insider-Informationen nicht von einem Whistleblower zugespielt wurden, sondern von der Enthüllungsplattform Fickileaks stammen.
Strategic Proposal 1
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Customer-Relationship-Marketing mit einem impactstarken Eyecatcher: Die Swisscom kommuniziert in grösstmöglicher Transparenz, dass sie die Hosen voll hat vor möglichen künftigen Pannen. Dabei wird ganz gezielt vulgärlinguistische Diktion verwendet, welche die Verbundenheit zur Kernzielgruppe zum Ausdruck bringen soll. Der Begriff «Schiss» suggeriert den nötigen Human Touch und seine typische Swissness sorgt für eine positive Konnotation des etwas negativ besetzten Wortes.
Die neuen Swisscom-Logos mit den erarbeiteten Keywords sollen nun in einem nächsten Schritt einem qualitativ-quantitativen Marktforschungs-Panel mittels Pretests in 357 soziodemografisch-psychologisch unterschiedlich zusammengesetzten Focus-Groups an verschiedenen Point of Sales (POs) unterzogen und auf ihre Marktuntauglichkeit hin getestet werden. Die Ergebnisse werden bis frühestens im Sommer 2035 erwartet.
Strategic Proposal 2
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Die konsequente Weiterentwicklung der begonnenen Internationalisierung und eine kohärente Erweiterung des bestehenden Business-to-Consumer-Marketings: Mit dem populär-anglizistischen Begriff "Shit"als Bestandeil der Corporate Identity wird eine trendig-jugendliche Hipness assoziiert, die die Marke auf ein ganz neues Level hebt. Der Brand wird wieder zur Benchmark für Excellence. Möglicher Slogan: «Shit happens» oder «Shitstorm happens».
Was den rein technischen Teil der Pannen-Prävention betrifft, ist man bei der Swisscom sehr zuversichtlich. Man befindet sich schon in der Prä-Evaluationsphase IV. Es wurde beschlossen, das Traktandum «Technische Panne» aufs 2. Geschäftsquartal 2025 gleich nach der Sommerpause zu verschieben und dannzumal mit der höchsten Dringlichkeitsstufe zu behandeln. Man will jetzt keinen Schnellschiss, pardon: Schnellschuss produzieren, sondern in aller Ruhe und der gebotenen Sachlichkeit analysieren, die entsprechenden Rück- und Kurzschlüsse ziehen und dann erst handeln.
Strategic Proposal 3
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Mit der Aktualisierung des bestehenden, dynamischen Macher-Images der Top-Level-Führungsebene der Swisscom durch das präzise Wording «Schwitz» kommt das kompromisslose Commitment des gesamten Swisscom-Managements klar zum Ausdruck, für ihre Customer-Base die Extrameile zu gehen und sich nicht vor dem Risiko zu scheuen, wenn nötig sogar die eigenen Schweisstropfen für den Mehraufwand zu vergiessen, nicht nur jene der Mitarbeiter*innen. Das ist gelebter Leadership in Reinkultur!
Danach soll definitiv entschieden werden, wer wem eins aufs Dach gibt. Oder eins auf die Dachmarke.

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