Kommission für Verlängerung des Gentech-Moratoriums

Kommission für Verlängerung des Gentech-Moratoriums

Die Wissenschaftskommission des Nationalrates (WBK-N) hat am Freitag entschieden, dass das Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft um vier Jahre verlängert werden soll.

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von Maria-Rahel Cano am 3.9.2021, 15:29 Uhr
Veränderung des Erbguts durch Gentechnologie (Bild: Shutterstock)
Veränderung des Erbguts durch Gentechnologie (Bild: Shutterstock)
Mit einem klaren Entscheid für eine Verlängerung des Moratorium, (22 zu 1 Stimmen bei 2 Enthaltungen) folgt die WBK-N dem Vorschlag des Bundesrates. Bis 2025 soll das Gentech-Moratorium verlängert werden – zum vierten Mal. (Lesen Sie hier die Chronologie des Gentech-Moratoriums)
Gleichzeitig fordert die Kommission in einem Postulat, dass die kommenden vier Jahre aktiv genutzt werden sollten, damit zentrale Fragen bezüglich der Zukunft der Landwirtschaft und des GVO geklärt werden können. Ein Moratorium diene keinem «Selbstzweck», so die Kommission in ihrem Postulat, sondern solle Zeit für die Sammlung belastbarer Informationen schaffen, auf deren Grundlage dann vernünftige Beschlüsse gefasst werden könne. Zu den noch nicht beantworteten Fragen gehören unter anderem, wie eine mögliche Koexistenz zwischen traditioneller Landwirtschaft und dem Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aussehen könnte. Zudem soll abgeklärt werden wie die Risiken der Gentechnologie einzuschätzen sind.

FDP gegen Verlängerung

Als einzige Partei gegen eine Verlängerung hat sich die FDP ausgesprochen. Sie setze sich für eine innovative Wissenschaft ein, die von deren Chancen profitieren möchte und nichts von undifferenzierter Verbotspolitik halte, schreibt sie in einer Medienmitteilung.
Warum die die Entscheidung trotzdem so klar ausgefallen ist erklärt FDP-Nationalrat und Kommissionsmitglied Christian Wasserfallen wie folgt: “Alle anderen Parteien haben Hemmungen mit diesen Gentech-Verfahren in Berührung zu kommen und dies obwohl die Wissenschaft deutlich sagt, dass eine Koexistenz möglich ist.” Auch die Bevölkerung ist bei diesem Thema gespalten. Auf die Frage, was sich ändern müsste, damit das Vertrauen der Bevölkerung in die Genom-Editierung steige, antwortete Wasserfallen, dass es hier eben ein positives Signal von Seiten der Politik brauche, das zeige, dass der Wissenschaft hier vertraut werden könne.

Bundesrat sieht noch zu viele Risiken

Der Bundesrat sieht das anders. Er hat sich in seiner Botschaft (Link) von Ende Juni für eine Verlängerung des Gentech-Moratoriums ausgesprochen. Trotz enormer Fortschritte sind insbesondere die neuen gentechnischen Verfahren schwierig nachzuverfolgen. Das Genom wird so verändert, dass im Nachhinein nicht mehr genau bestimmt werden kann, wie die Veränderung des Erbguts stattgefunden hat. Diese Verfahren eröffnen zwar Möglichkeiten, was die Krankheitsresistenz und die Qualitätseigenschaften von Pflanzen betrifft, zugleich werfen sie neue Fragen bezüglich der Biosicherheit und die Anwendung bei Mensch und Tier auf.

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