Kleines, eigenwilliges Sortiment

Kleines, eigenwilliges Sortiment

Das Sortiment von Mitsubishi Motors fusst in Europa auf noch vier Pw-Modellen, eine andere «M»-Marke auf deren 14, und mit Submarken weit mehr. Das verlangt nach Erklärungen.

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von Jürg Wick am 13.10.2021, 12:16 Uhr
Selbst der Kleinwagen Space Star ist wahlweise mit einer Getriebeautomatik zu haben.
Selbst der Kleinwagen Space Star ist wahlweise mit einer Getriebeautomatik zu haben.
Die Marke mit den drei Diamanten an der Fahrzeugfront operiert in Märkten sehr erfolgreich, wo Europäer Randerscheinungen sind. Ausser in Japan (130 Mio EW.) zum
Beispiel in Indonesien (265 Mio. Ew.) oder in Russland (145 Mio,); dort verlangt das Volk ganz andere Autos als die westliche Welt und wird von Mitsubishi mit spezifischen Modellen passend bedient.
Seit die japanischen Hersteller in Europa mit speziellen CO2-Emmissionsregelungen und harten Sanktionszahlungen konfrontiert sind, schwindet ihr Engagement in die hiesigen Regionen. Interimistisch liess Mitsubishi sogar verlauten, sich aus Europa zurückziehen zu wollen. Dieses Statement wurde inzwischen korrigiert und zwei neue Modelle angekündigt, welche in Europa für Europa produziert werden. Das stellt die verunsicherte Mitsubishi-Händlerschaft wieder auf. Sie gehören, verbrieft, zu den loyalsten Garagisten in der Schweiz, und kommen mit dem beschränkten Modellangebot sehr ordentlich zu recht. Zumeist kleinere Betriebe, wo Handwerk statt Verkaufszahlen zu Oberst stehen, und der Importeur bzw. Hersteller nicht ständig neue Standards für Bodenbeläge im Showroom, neue Totempfähle, oder andere Farben an der Fassade einfordert.
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Der coupéhaft designte Eclipse Cross wird in der Schweiz als Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb verkauft.
Klar strukturiert
Der Schweizer Vertrieb hat während der Pandemie prozentual weniger Stückzahlen verloren als der Branchendurchschnitt; das Modellprogramm ist klar strukturiert. Diesel finden sich, auch wegen «Dieselgate», keine mehr im Angebot.
Als Einstieg im Programm figuriert der 3,85 m kurze Kleinwagen Space Star. Er wird, im Unterschied zu vielen Konkurrenten, auch mit Getriebeautomatik geliefert, und steht als Einstiegsmodell mit serienmässiger Klimaanlage ab 12 950 Franken in der Preisliste. Ein bekannter Journalist hat kürzlich überrascht beschrieben, dass der Space Star sogar Fahrspass vermittle und sich mit weniger als fünf Liter Verbrauch fahren lasse.
Darüber rangiert mit 4,37 m Länge der Kompakt-SUV namens ASX in der Kombikonfiguration, der eben ein SUV und keine Limousine bzw. kein Kombi mehr ist, weil der Nachfrage-Trend europaweit eindeutig in diese Richtung zeigt. Über verschiedene Ausstattungslinien passt der ASX in ein breites Anforderungsspektrum und bleibt mit 150 PS klassengerecht motorisiert. Der Importeur informiert uns, dass die ASX ziemlich ausverkauft, und nur noch ab Lager verfügbar sind.
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Der SUV Outlander war 2013 (im Bild) der erste Plug-in-Hybrid.
Obere Mittelklasse
Eine Klasse höher folgt der in der Mittelklasse angesiedelte Eclipse Cross PHEV 4x4, ein trendmässig coupéhaft gestylter Kombi-SUV, der auf vergleichsweise kompakter Fläche (441x181 cm lang/breit) ein verblüffend grosses Raumangebot bietet und in der Plug-in-Hybrid-Version mit 188 PS-Systemleistung und Automatik ab Fr. 39 950.- erhältlich ist. Entsprechend der Kunden-Nachfrage sind konventionelle Eclipse Cross nur noch beschränkt lieferbar.
In der oberen Mittelklasse schliesslich ist der Outlander angesiedelt. Als PHEV der lange Zeit marktführende Plug-in-Hybrid, mit dem man über einen zurückhaltenden Gasfuss im Fliessverkehr rein Elektrisch von Zürich nach Schaffhausen kommt. Der Outlander orientiert sich optisch an den populären Kombis, gilt aber mit 4,7 m Länge ebenfalls als SUV, und wird in der Schweiz ab Fr. 39 950.- als 4x4-Plug-in-Hybrid mit 224 PS Systemleistung verkauft. Die top ausgestattete Ausführung S-Edition kostet brutto Fr. 55 750.-.
Plug-in-Hybrid
In den Plug-in-Hybrid von Mitsubishi – Autos mit einem Verbrenner und zusätzlich an der Steckdose aufladbaren Batterien – arbeiten die konventionellen Aggregate als Generatoren, die je nach Bedarf die Akkus aufladen, welche situativ oder auf Knopfdruck, das Fahrzeug elektrisch antreiben und hinten via Elektromotor zusätzlich den Allradantrieb sicherstellen. Mit einer elektrischen Reichweite von zirka 50 km können die meisten Pendler damit unter der Woche ausschliesslich mit Strom fahren, und längere Strecken ohne Reichweiten-angst zum grösseren Teil mit dem Benzinmotor zurücklegen. Unterwegs ist man auf keine Ladestation angewiesen.
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Neben den Personenwagen steht der Pick-up L200 als Cab und Double Cab im Angebot.

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