Kein Rima in der «Arena»

Kein Rima in der «Arena»

Kabarettist Marco Rima hatte einen Auftritt beim SRF. SP-Nationalrat Fabian Molina kritisiert das Öffentlich-Rechtliche deswegen massiv.

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von Serkan Abrecht am 2.6.2021, 14:06 Uhr
Soll nicht mehr im SRF zu sehen sein: Marco Rima wird in der «Arena» eingeblendet. (Bild: Screenshot SRF)
Soll nicht mehr im SRF zu sehen sein: Marco Rima wird in der «Arena» eingeblendet. (Bild: Screenshot SRF)
«Kennen Sie ihn?» – «Ja, ich kenne ihn». Bundesrat Alain Berset musste sich in der SRF-Arena vom Freitag einen kurzen Ausschnitt aus einem Nebelspalter-Video von Kabarettist Marco Rima anschauen. Das Thema war die bevorstehende Abstimmung zum Covid-Gesetz und Moderator Sandro Brotz fühlte dem Gesundheitsminister auf den Zahn.
Dass aber ausgerechnet Marco Rima gezeigt wurde, sei eine Frechheit. Das findet Parteigenosse Fabian Molina (ZH). «Die Arena pflegt ein völlig falsches Verständnis von Journalismus», sagt er gegenüber Nau.ch. Gar «belästigt» habe man Alain Berset mit diesem Video. Man solle Verschwörungstheoretikern wie Rima keine Plattform bieten.
Verschwörungstheoretiker? Im Video werden jedoch keine Verschwörungstheorien geäussert noch wird das Coronavirus geleugnet, wie Nau.ch schreibt, sondern lediglich die Massnahmen kritisiert. Molina gibt auf Nachfrage zu, dass er das Video mit Rima gar nicht gesehen hat. «Aber Marco Rima hat zusammen mit Verschwörungstheoretikern und Antisemiten protestiert. So jemanden soll man im SRF keine Plattform geben», sagt der SP-Nationalrat zum «Nebelspalter». «Das SRF soll Haltung zeigen und nicht einfach irgendwelchen Verschwörungstheoretikern die Möglichkeit geben ihre Ansichten zu verbreiten.»
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Stört sich am Auftritt von Rima: Nationalrat Fabian Molina. (Bild: SP Schweiz)

Berset hingegen reagierte gelassener als Parteikollege Molina. Nach dem Ende des Ausschnitts kicherte er und sagte es zeige, dass es während Corona immer noch möglich sei zu debattieren, «Gott sei Dank.»
Auch Rima reagiert gelassen auf Molinas Angriff. «Das muss man aushalten», sagt er. Und dass er den Bundesrat «belästigt» habe? «Ich habe gar nichts gegen Herrn Berset. Ich kritisiere die Massnahmen und er ist nun einmal der Gesundheitsminister und muss sich der Kritik aussetzen. Das muss ich wiederum auch, wenn ich mich öffentlich äussere. So ist es halt in einer Demokratie.»
Sehen Sie hier das Video von Marco Rima auf dem Nebelspalter.


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