Jetzt sprechen Lehrer über die vielkritisierte KV-Reform: «Es ist nicht halb so wild, es ist doppelt so wild» – Teil 4

Jetzt sprechen Lehrer über die vielkritisierte KV-Reform: «Es ist nicht halb so wild, es ist doppelt so wild» – Teil 4

Zwei Lehrer erzählen, welche Bedenken die Pädagogen an den Schweizer KV umtreiben. Die grössten Ängste: Was sollen wir künftig genau unterrichten? Und braucht es uns dafür überhaupt noch?

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von Sebastian Briellmann am 18.6.2021, 12:33 Uhr
Das Klassenzimmer als Versuchsobjekt – aber die Lehrer werden nicht miteinbezogen. Foto: Shutterstock
Das Klassenzimmer als Versuchsobjekt – aber die Lehrer werden nicht miteinbezogen. Foto: Shutterstock
Einen Lehrer zu finden, der über Schulreformen spricht: gar kein Problem.
Einen Lehrer zu finden, der über Schulreformen spricht – und dazu mit Name und Gesicht hinsteht: ganz grosses Problem.
Die Pädagogen werden oft unter Druck gesetzt, haben Angst vor Konsequenzen. Geht es um die KV-Reform, ist es nicht anders. Der «Tages-Anzeiger» schrieb schon vor über einem Jahr von einem «Maulkorb» für Lehrer. In den letzten Wochen, als die Debatte intensiv geführt wurde, sprachen dann viele Lehrer in vielen Medien – aber stets anonym. Überall heisst es: Es wird massiv Druck ausgeübt. Ja nichts sagen, ja nichts riskieren.

Die grosse KV-Reform

Lesen Sie hier Teil 1:
Lesen Sie hier Teil 2:
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Lesen Sie hier den Kommentar zur KV-Reform:
Diesem Problem ist auch der «Nebelspalter» bei den Recherchen zur KV-Reform immer wieder begegnet. Nun sind jedoch zwei Lehrer bereit, über das vielkritisierte Grossprojekt zu sprechen: Konrad Kuoni und Michael Pesaro.
Kuoni ist Co-Präsident des Verbands der Lehrkräfte in der Berufsbildung im Kanton Zürich, Pesaro sitzt ebenfalls im Vorstand. Sie wollen keine Stänkerer sein, keine ewigen Nörgler – sondern einfach «ihren Sorgen Ausdruck verleihen». Pesaro sagt: «Wir unterrichten für unser Leben gerne. Es geht hier um die Sache: Schüler sollen eine gewisse Breite, eine gewisse Allgemeinbildung haben nach der Ausbildung.»
Hören Sie hier, was Konrad Kuoni an der Reform kritisiert: «Nicht nur handeln, auch denken ist wichtig»
Auch Pesaro macht sich grosse Sorgen. Nur wer auch eine gute Allgemeinbildung vermittelt bekomme, habe eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, behalte seinen Job. «Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass wir die Schüler bestmöglich für ihre nächste Ausbildung vorbereiten.» Das sei das Sinnstiftende in seinem Job, sagt Pesaro, deshalb übe er diesen aus.
Hören Sie hier, welche Sorgen sich Pesaro konkret macht: «Lehrer wissen gar nicht mehr, was wir unterrichten sollen»

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