Impfkampagne der EU: Ursula von Sinnen

Impfkampagne der EU: Ursula von Sinnen

Seit Monaten führt die EU eine Denunziationskampagne gegen AstraZeneca. Das Geplänkel zwischen der EU und Grossbritannien schadet auch der Schweiz.

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von Serkan Abrecht am 30.3.2021, 15:42 Uhr
Die Schweiz sollte sich politisch von Ursula von der Leyens Wahnsinn distanzieren. Bild: Shutterstock
Die Schweiz sollte sich politisch von Ursula von der Leyens Wahnsinn distanzieren. Bild: Shutterstock
In Frankreich dürfen nur Personen unter 65 Jahren mit dem Impfstoff AstraZeneca geimpft werden. In Italien sogar nur Bürger bis 55 Jahre. Die Wirksamkeit des britisch-schwedischen Impfstoffs, der zusammen mit der Universität in Oxford entwickelt wurde, wird von mehreren EU-Staaten angezweifelt.
Obwohl mittlerweile klar ist, dass der Impfstoff auch für Leute über 65 Jahre wirksam ist. Das hat eine vor wenigen Wochen veröffentlichte Studie des englischen Gesundheitsdepartements ergeben. Die Studie zeigt, dass bereits eine der beiden Impfstoffe Pfizer und AstraZeneca (auf diese setzt Grossbritannien in seiner Impfstrategie) das Risiko einer Covid-Infektion bei über 70-Jährigen «signifikant» verringert. Bei den über 80-Jährigen schütze der Impfstoff zu über 80 Prozent vor einer Erkrankung.
Auch die Europäische Arzneimittelbehörde hat die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes bereits mehrmals bestätigt. Doch es ist offensichtlich, dass es hierbei schon lange nicht mehr um die medizinische Wirksamkeit geht, sondern EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen politischen Krieg mit Grossbritannien angezettelt hat. Man will der Insel, die der EU und ihrer Ideologie den Rücken gekehrt hat, keinen Erfolg mehr gönnen. Dass Grossbritannien der unangefochtene Impf-Champion auf Kontinentaleuropa ist, will man in Brüssel nicht anerkennen. Deshalb hat von der Leyen eine Schmierkampagne lanciert (Lesen Sie hier unsere Chronologie der Geschehnisse).

«Ursula von der Leyens Schmierkampagne, wo die Wirksamkeit des Impfstoffs aus Grossbritannien zeitgleich infrage gestellt und die Insel für die fehlende Menge an Dosen verklagt wird, hat Spuren hinterlassen.»


Auch die Schweiz ist der Verunsicherung, die von der Leyen bewusst gesteuert hat, auf den Leim gegangen. Das wird die Impfstrategie des Bundesrates wohl noch weiter zurückwerfen. Die Schweiz hat zwar 5,3 Millionen AstraZeneca-Impfdosen bestellt, doch der Stoff ist bis heute noch nicht zugelassen. In Grossbritannien sind seit dem 30. Dezember 27 Millionen Menschen mit AstraZeneca geimpft worden – ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Der Bund überlegt sich mittlerweile sogar, ob er den Impfstoff verkaufen soll, wenn er dann geliefert wird. Im Impfstoff-Lieferplan der Armee wird AstraZeneca gar nicht mehr aufgeführt. Jüngst hat der Präsident der Impfkommission, Christian Berger, für weitere Verunsicherung gesorgt. Der «NZZ am Sonntag» sagte er, dass die Impfwilligen AstraZeneca ablehnen könnten. Die Zeitung schrieb: «Der Präsident der Impfkommission selbst scheint indes die Präparate von Moderna und Biontech zu bevorzugen. Denn auf die Frage, ob sich Berger mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen wolle, erklärte er nur: 'Dazu gebe ich keine Antwort, das Mittel ist noch nicht zugelassen.'» Ursula von der Leyens Schmierkampagne, wo die Wirksamkeit des Impfstoffs aus Grossbritannien zeitgleich infrage gestellt und die Insel für die fehlende Menge an Dosen verklagt wird, hat Spuren hinterlassen.
Alain Bersets Departement sollte jetzt kühlen Kopf bewahren und den Stoff aus England unbedingt verabreichen. Denn ohne die 5,3 Millionen Impfdosen, kann der Bundesrat seinen Impfplan – 5,25 Millionen Geimpfte bis Mitte Juli – schwer einhalten. Er würde dann - nachdem das Ziel bereits um einen Monat nach hinten verschoben wurde - erneut an Glaubwürdigkeit verlieren. Die EU-Kommission schreibt in einer Medienmitteilung: «Der Kommission geht es einzig und allein darum, die öffentliche Gesundheit zu schützen und bestmögliche Vereinbarungen mit den Unternehmen zu erzielen, damit die Impfstoffe erschwinglich, sicher und wirksam sind.»
Dass der Impfstoff von AstraZeneca nicht sicher ist: Dafür gibt es keinen Beleg. Die Schweiz sollte sich nicht wegen eines Streits zwischen der EU und Grossbritannien von ihrem Impfplan abbringen lassen.

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