«Generationen-Initiative» will laufende Renten an Lebenserwartung anpassen

«Generationen-Initiative» will laufende Renten an Lebenserwartung anpassen

Ein Initiativkomitee bestehend aus verschiedenen Parteien und Generationen lancieren eine Initiative, die eine sichere und faire Altersvorsorge verspricht. Dazu soll das Rentenalter und die Renten angepasst werden.

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von Maria-Rahel Cano am 7.9.2021, 13:55 Uhr
Rentenalter und Rente (Bild: Shutterstock)
Rentenalter und Rente (Bild: Shutterstock)
Josef Bachmann, Präsident des Komitees, der bereits 2019 mit der Initiative «Vorsorge Ja, aber fair» einen ersten Versuch zu diesem Thema gestartet hat, probiert es nun zwei Jahre später erneut (Website der Initianten).
Zu den Initianten gehören unter anderem der ehemalige FDP Präsident und Nationalrat Fulvio Pelli und Leroy Bächtold, Vorstandsmitglied FDP Zürich. Bächtold hat schon Anfang dieses Jahres für Furore gesorgt, als er in kürzester Zeit 200’000 Unterschriften für seine Petition «Stop Lockdown» gesammelt hat. Mit von der Partie ist auch der Präsident der Jungen SVP Schweiz, David Trachsel und der ehemalige Zürcher Nationalrat der Grünliberalen Partei, Thomas Weibel.
Flexibles Rentenalter als Lösung
Das Ziel der Initiative ist eine nachhaltige Reform des Rentensystems. Die AHV soll mit Hilfe eines flexiblen Rentenalters stabilisiert werden. Das Komitee möchte das Alter der Pensionierung regelmässig an die Entwicklung der Lebenserwartung anpassen.
Ähnlich sieht es für die berufliche Vorsorge aus: Die zukünftigen und laufenden Renten würden den Anlageerträgen, der Kaufkraft und der aktuellen Lebenserwartung angepasst werden. Allerdings nur, wenn es die finanzielle Lage der entsprechenden Vorsorgeeinrichtung erforderlich macht. Für das Referenzalter (ordentliches Rentenalter) sieht die Initiative ebenfalls eine periodische Anpassung vor, die sich auch nach der Entwicklung der Lebenserwartung richtet. Weiter verlangt die Initiative, dass zukünftig die Pensionskassenrenten konsequent durch das Kapitaldeckungsverfahren finanziert werden sollen. «Alle sparen für sich», schreibt das Initiativkomitee in ihrer Medienmitteilung. Gemäss dem Initiativtext dürfen Teilzeitbeschäftigte dadurch aber nicht benachteiligt werden.
«Systemwidrige Umverteilung» stoppen
Das grosse Problem der bestehenden Altersvorsorge bildet die «systemwidrige Umverteilung», wie  es das Komitee in ihrem Initiativtext nennt. In der beruflichen Vorsorge würden jährlich 6’000 Millionen Franken von den Jungen an die Pensionierten umverteilt werden. Das bedeute, dass 25 Prozent der heutigen Renten durch eine Verschiebung der Gelder finanziert würde. Ein Generationenkonflikt könne die Folge sein, warnen die Initianten. Das Komitee erhofft sich deshalb mit dieser Initiative nicht nur eine Lösung für die Frage der Rentenfinanzierung, sondern es will damit auch den Zusammenhalt in der Schweiz stärken.

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