Festessen am Subventionstopf

Festessen am Subventionstopf

Im Namen der «Istanbul-Konvention» haben seit Anfang Jahr bis heute 28 Organisationen dafür Subventionen erhalten, dass sie sich gegen Gewalt an Frauen engagieren. Die einzelnen Frauen im Land dürften davon herzlich wenig spüren, aber in der Sozialindustrie klingeln die Kassen.

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von Claudia Wirz am 13.7.2021, 17:00 Uhr
Die Geldtöpfe sind voll, auch für den Kampf gegen Gewalt an Frauen. Ein Festmahl für Subventionsjäger.
Die Geldtöpfe sind voll, auch für den Kampf gegen Gewalt an Frauen. Ein Festmahl für Subventionsjäger.
Jolanda Spiess-Hegglin war die erste, welche die frohe Botschaft in die Welt hinaus rief. «Ich umarme Euch alle», schrieb sie im Mai auf Twitter. Der Grund zur Freude: Dank der «Istanbul-Konvention», welche die Schweiz 2018 in Kraft gesetzt hat, gibt es seit Anfang Jahr eine neue Subventionsquelle für Projekte und Organisationen, die sich laut eigenen Angaben um die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen kümmern.
Da passte Spiess-Hegglin mit ihrer «Netzcourage» natürlich perfekt ins Raster der linksfeministischen Vermessungsgesellschaft. Fast 200'000 Franken wurden «Netzcourage» vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) zugesprochen. Mittlerweile dürfte sich die Freude wieder etwas verzogen haben. Seit Spiess-Hegglin ein Bild geliket hat, auf dem die Journalistin Michèle Binswanger – eine persönliche Widersacherin Spiess-Hegglins – enthauptet wird, hat ihr Image als untadelige Ritterin gegen Netz-Gewalt erheblich gelitten.

Geld für Verbände, Stiftungen und Hochschulen

Spiess-Hegglin und ihre «Netzcourage» sind vielleicht die prominentesten, aber beileibe nicht die einzigen Nutzniesserinnen, die sich am neuen Subventionstrog versammeln. Dank der «Istanbul-Konvention» kann man für jedes Projekt und für jede sogenannt «nicht gewinnorientierte Organisation» beim EBG ein Gesuch um Finanzhilfen einreichen. Man muss nur glaubhaft geltend machen, dass man gegen die Gewalt an Frauen kämpft. Wie so ein Gesuch zu bewerkstelligen ist, wird auf der Seite des EBG genau beschrieben. Und mindestens 28 Gesuchsteller – pardon: Gesuchstellerinnen – haben es in den Augen des EBG offenbar goldrichtig gemacht.
Denn sie werden nun mit Geld aus der Bundeskasse ausgestattet. Wer wozu wie viel bekommt, ist auf der Webseite des EBG publiziert, allerdings braucht es etwas Geduld, bis man die Liste findet (Die Liste finden Sie hier). Zum Zug kommen Verbände, Stiftungen, Vereine, ja sogar ein Theater aber auch Spitäler sowie Hochschulen und andere Bildungsinstitute, die ohnehin schon steuerfinanziert sind.
Mit Abstand am meisten Geld, nämlich fast 700'000 Franken, bekommen die Universitätsspitäler von Genf (Hospitaux Universitaires Genève, Service de Gynécologie) für ihr Projekt der «Früherkennung und Begleitung von Gewaltopfern in Spitälern der Westschweiz». Die Stiftung Radix in Lausanne wiederum bekommt über 370'000 Franken für ihr Projekt «Herzsprung – Freundschaft, Liebe und Sexualität ohne Gewalt», welches auf «jugendliche Paarbeziehungen» fokussiert.
Immerhin gut 250'000 Franken bekommt die «Stiftung Opferhilfe Zürich» für ihr «Modellprojekt zu Online-Beratung von Gewaltopfern». Dieses Projekt ist also zumindest der Bezeichnung nach im gleichen Revier unterwegs wie Spiess-Hegglins «Netzcourage».

Ein unstillbarer Hunger

Gleich mit zwei Finanzhilfen wird die in Bern beheimatete Dachorganisation der Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein bedacht, einmal zu 240'000 Franken für die interkantonale Koordination und Vernetzung und einmal zu 120'000 Franken für die Evaluation einer Öffentlichkeitskampagne. Weder vom einen noch vom anderen profitieren Gewaltopfer.
Etwas weniger, aber doch noch stattliche 40'000 Franken darf Pallas, die Schweizerische Interessengemeinschaft Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen für die «gewaltspezifische Aus- und Weiterbildung zur Pallas-Trainer*in» (sic!) entgegennehmen.
Insgesamt werden 28 Projekte und Institutionen subventioniert (Stand: 5. Juli 21). Die Frauen in diesem Land dürften davon herzlich wenig spüren. Bei den NGOs, Spitälern und Hochschulen aber klingelt die Extrakasse. So eben geht staatliche «Frauenförderung». Gefördert werden nicht die Frauen, sondern ihre selbsternannte Betreuungsindustrie. Und diese hat – wie man hinlänglich weiss – einen unstillbaren Hunger nach Finanzhilfen.

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