Fake News: Zensiert ohne Widerspruch

Fake News: Zensiert ohne Widerspruch

Den CH-Medien ist es wichtiger, eine alkoholisierte Autofahrerin zu identifizieren, 60-jährige Schweizerin, als nachzuhaken, wer sich nun schon die Omikron-Variante reingezogen hat. Statt medialem Aufschrei lässt man sich abspeisen. Ein Schuft, wer Böses dabei denkt.

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von Ralph Weibel am 24.12.2021, 13:30 Uhr
Marina Lutz
Marina Lutz
Mit Omikron wird nochmals richtig Dampf gemacht im Coronakessel. Die Mainstreammedien entpuppen sich dabei immer weiter als willfährige Henker für die Verbreitung der bundesrätlich verschriebenen Panik. Dabei ist es unerlässlich, jeden einzelnen Fall in die Welt hinaus zu blasen. So auch im St.Galler Tagblatt, welches zu den CH-Medien gehört. Immerhin lässt der Titel noch ein gewisses Empörungspotential vermuten: "Zwei Omikron-Ansteckungen im Kanton St.Gallen: Alter, Region oder der Impfstatus werden nicht öffentlich gemacht". Im Artikel ist wenig bis überhaupt nichts zu erfahren über Impfstatus, Krankheitsverlauf, Spitaleinweisung, Vorerkrankungen, Alter oder das Geschlecht. Immerhin scheint die Autorin die Frage danach gestellt zu haben, lässt sich aber mit der Begründung "Datenschutz" abspeisen.

Jetzt aber nachgehakt

Wenigstens lässt sich der Ansatz von Kritik erkennen. Was eigentlich im Pflichtenheft der "Vierten Gewalt" im Land stünde. Doch diese konzentriert sich lieber darauf, vor der Abstimmung zum neuen Mediengesetz, keine schlafenden Hunde zu wecken. Die Hoffnung, in den folgenden Tagen würde bestimmt nachgehakt, verpufft wie die Wirkung der Coronaimpfungen. Niemand hakt nach, insistiert, protestiert. Angesichts dieser tödlichen Bedrohung würden einige Details doch interessieren. Aber es gilt der Datenschutz – man hat sich arrangiert. Vielleicht würden die Erkenntnisse ja auch das geltende Narrativ über den Haufen werfen. Ein Schuft, wer dahinter eine bewusste Willfährigkeit vermutet.

Prioritäten

Ansonsten ist man im selben Presseerzeugnis sehr aufklärerisch unterwegs. So ist beispielsweise zu erfahren, dass es sich beim Autolenker, der in Berg auf der Ottenbergstrasse sein Auto um 19.30 Uhr in einen Gartenzaun steuerte, um einen 33-jährigen Schweizer mit 0,46 mg/l Alkohol im Blut handelte. Einzig sein Impfstatus wird nicht mitgeteilt – wahrscheinlich aus Gründen des Datenschutzes. Diesen hat auch die alkoholisierte Autofahrerin aus Opfershofen verloren: 60-jährig, Schweizerin, 0,76 mg/l, mit Urinprobe bestätigt.
Irgendwie ist man doch beruhigt, wenn das Lokalblatt so aufklärerisch ist und die wirklich richtigen Prioritäten setzt.

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