Die Jünger der politischen Korrektheit sind bestrebt, uns das tägliche Leben zu erschweren

Die Jünger der politischen Korrektheit sind bestrebt, uns das tägliche Leben zu erschweren

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass gewisse Kreise bemüht sind, als diejenige Generation in die Geschichte einzugehen, die ziemlich weit an der Realität vorbeigelebt hat. Es ist an der Zeit, uns dagegen zu wehren.

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von Markus Melzl am 15.7.2021, 09:00 Uhr
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Seit dem vergangenen Jahr besteht in Berlin ein «Diversity-Leitfaden», der für die gesamte Verwaltung verbindlich ist. In diesem bizarren Œuvre werden die Mitarbeitenden zum diversitysensiblen Sprachgebrauch angehalten; was für wirres Zeug eine Pandemie so alles hervorbringt.
Jüngstes Beispiel dieses Korrektheitwahns ist das Verbot in den städtischen Verkehrsbetrieben, die Bezeichnung «Schwarzfahrer» zu verwenden. Dabei ist es völlig unerheblich, dass dieser Ausdruck überhaupt nichts mit Menschen dunkler Hautfarbe zu tun hat. Der Begriff stammt aus dem Jiddischen, steht für «shvarts» und bedeutet Armut. Also jemand, der zu wenig Geld hat, um sich eine Fahrkarte zu leisten.
Wohin sollen wir nun gehen, wenn wir in den Schwarzwald verreisen oder ans Schwarze Meer? Dürfen wir überhaupt noch von hautfarbener Unterwäsche sprechen, welche nun mal nicht schwarz ist? Bekommen Menschen mit den Namen Mohr, Moor, Negroni oder Schwarzkopf von der Sprachinquisition die Aufforderung, sich einen anderen Namen zuzulegen oder per Suizid aus der Gesellschaft zu verschwinden?

Humba Humba Täterä

Zum Glück musste der seit längerer Zeit verstorbene Mainzer Karnevalist Ernst Neger (Humba Humba Täterä) diesen Unsinn nicht mehr erleben. Jetzt wütet gerade in Berlin nicht nur die Sprachpolizei, sondern auch die Diskriminierungssekte. Nachdem eine Polizeipatrouille ein Pärchen in einer öffentlichen Anlage angesprochen und die Frau gebeten hat, sich nicht oben ohne zu sonnen, kam es am vergangenen Wochenende zu einer Grossdemo unter dem subtilen Titel: «Oben ohne für alle, sonst gibts Krawalle». Die Teilnehmerinnen zeigten ihren nackten Busen, während die Männer einen BH oder Bikinioberteil trugen.
Ökologisch korrekt war der Tross mit dem Radl unterwegs und die barbusige Damenwelt gab für unzählige Spanner ein optimales Fotoobjekt ab. Wenn später diese Bilder im Internet auf einschlägigen Schweineseiten auftauchen, gibt es garantiert gegen dieses Macho-Gehabe #metoo-korrekt die nächste Manifestation. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass in Berlin mit der von links-grün gehätschelten Klientel von linksextremen Chaoten über Hausbesetzer bis hin zu Ökofanatikern und Genderromantikern täglich gegen oder für irgendetwas demonstriert wird.

Jemand regt sich auf? Na und!

Dies ist mitunter einer der Gründe, weshalb sich nach Aussagen der Deutschen Polizeigewerkschaft (GdP) viele Berliner Polizisten in ein anderes Bundesland versetzen lassen wollen. Und schliesslich haben in Wien nach der Vergewaltigung und Ermordung eines 13-jährigen Mädchens militante Feministinnen einen TV-Sender besetzt. Dies nicht, weil eine Geschlechtsgenossin Opfer eines fürchterlichen Verbrechens wurde, sondern weil es die TV-Macher gewagt haben, die afghanische Nationalität der mutmasslichen Täter zu nennen.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass gewisse Kreise bemüht sind, als diejenige Generation in die Geschichte einzugehen, die, nun ja, ziemlich weit an der Realität vorbeigelebt hat.
Letztendlich ist es ein Akt der Vernunft, bei diesem Kindergarten nicht mitzumachen. Und sollten sich gewisse Leute darüber aufregen? Na und!

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