Die zauberhafte Nanny (Bund)

Die zauberhafte Nanny (Bund)

Viel zu viel Essen landet im Abfall. Der Bund und die Kantone wollen das verhindern und unterstützen eine Kampagne gegen Foodwaste.

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von Gast Autor am 31.5.2021, 11:00 Uhr
Essen. Sie. alles. auf. Der Bundesrat dankt. Bild: savefood.ch
Essen. Sie. alles. auf. Der Bundesrat dankt. Bild: savefood.ch
«Die Schweizerische Eidgenossenschaft», so steht es in der Bundesverfassung, «setzt sich ein für die dauerhafte Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und für eine friedliche und gerechte internationale Ordnung.»
Seit 2019 müsste eigentlich noch stehen: «…und dafür ein, dass die Schweizerinnen und Schweizer ihre Teller leer essen.» Über 800’000 Franken ist der öffentlichen Hand dieses Anliegen wert, wie auf Anfrage zu erfahren war. Nebst privaten Partnern, die weitere 1,2 Millionen Franken zahlen, beteiligen sich Bund, Kantone und Gemeinden an der Kampagne «Save Food, Fight Waste.»
In einem Videoclip sieht man zum Beispiel eine ältere Frau, die ihre Lebensmittel nach Verfalldatum ordnet. In einem anderen wird sie wütend, weil eine junge Frau ihren Salatteller im Restaurant nicht fertig gegessen hat. Selbstverständlich rennt ihr ein Mann hinterher und überreicht die Reste.
Die Ratschläge, die in der Kampagne erteilt werden, sind vor allem für Lebewesen von Belang, die zum ersten Mal den Planet Erde betreten: «Du hast zu viele Lebensmittel eingekauft? Dann friere diese ein.», «Schlechte Konfitüre erkennst du am Schimmel (…)». Und bei der Milch? «Schlechte Milch riecht sauer und ranzig und ist sichtbar verklumpt.»
Drei Jahre, zwischen 2019 bis 2021, läuft die Aktion auf allen Kanälen. Was passiert ab 2022? Werden die Gäste wieder Pommes auf dem Teller liegen lassen? Schmieren sie sich Schimmel-Konfi aufs Brot und trinken ein volles Glas verklumpte Milch?
Das ist leider zu befürchten. Der Bund sollte die Aktion darum um weitere 10 Jahre verlängern und zusätzlich andere Kampagnen aufgleisen: «Benutze nicht zu viel Toilettenpapier!», «Trag die Einwegmasken mehrere Tage!», «Lach, trink und iss nicht zu viel!»

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